Die Interviews von Karl Höffkes

Herausgeber: Wieland Giebel
ISBN:
978-3-95723-153-6
Verfügbarkeit: Erscheint im Frühjahr 2020
Umfang: ca. 546 Seiten, 205mm x 125mm, Broschur
Preis: 39,95 €

Diese Interviews fanden statt, als Hitler schon 50 Jahre tot war. Aber alle 45 Zeitzeugen erinnern sich genau an die Begegnungen: Wie er das erste Zimmer in München mietete, wie er in die feine Gesellschaft eingeführt wurde, wie es beim Hitler-Putsch lief. Die Köchinnen, Kammerdiener und Hausmeister, die Gauleiter, Generäle und Sturmbannführer, die Schauspielerinnen, Hausfrauen und Architekten – sie hatten „nicht die geringste Ahnung“ von den Verbrechen des Nationalsozialismus.

Viele der Gesprächspartner haben zum ersten Mal erzählt. Der Abstand zum Erlebten war in den 1990er-Jahren groß genug. Nun wollten sie berichten, es musste aus ihnen heraus – und sie hatten Vertrauen zu ihrem Gesprächspartner Karl Höffkes. Es ist sein Verdienst, überlebende Akteure des Nationalsozialismus beharrlich befragt und ihre Aussagen sorgsam auf Video dokumentiert zu haben: Leugner und Verharmloser; Naive, Profiteure, Besserwisser; einige Gegner und Verschwörer – siehe Inhaltsverzeichnis. Karl Höffkes beschreibt in seinem Vorwort – siehe Link unten – wie es zu den Interviews kam.

Dieses Buch, außerordentlich reich an Details, ist eine kommentierte Dokumentation, keine Abrechnung mit dem Nationalsozialismus. Jede Erinnerung belegt eine der zentralen Thesen des Historikers Ian Kershaw, der Hitler als obersten Anstifter des totalen Zusammenbruchs der Zivilisation in der Moderne sieht, als Haupturheber des Zweiten Weltkriegs und eines Völkermords, wie ihn die Welt noch nicht kennengelernt hatte. Alle bezogen sich auf Hitler. Jeder General, alle Minister, alle Parteifunktionäre waren von Hitlers Entscheidungen abhängig. Alle unterwarfen sich ihm.  

Wie sich die Obersturmbannführer genau äußern, welche Verbundenheit der Hofstaat Hitlers noch nach Jahrzehnten zeigt, ob sich die eine oder der andere tatsächlich distanzierte, ob die Offiziere Hitler hätten umbringen können, darüber gibt Wieland Giebel im ausführlichen Editorial einen Überblick.

Inhaltsverzeichnis von „Ich traf Hitler“
Vorwort von Karl Höffkes
Editorial von Herausgeber Wieland Giebel