S-Bahnhof Unter den Linden
Eine Kooperation zwischen Alphapress und der Gesellschaft Historisches Berlin

Der S-Bahnhof Unter den Linden liegt direkt am Brandenburger Tor, unter dem Pariser Platz. Auf 20 Tafeln hinter den Gleisen wird bis Ende 2003 die Geschichte der Linden seit 1647 erläutert – jeweils gesponsert von Berliner Unternehmen wie der Späth’schen Baumschule, die damals die Linden- und Nussbaumallee auf Befehl des Großen Kurfürsten pflanzte und heute noch besteht. Eine Kooperation zwischen Alpha Press und der Gesellschaft Historisches Berlin.


Die Presse schrieb dazu:

„Kunst wertet Bahnhof zum Empfangssalon auf“

Morgenpost, 18. Januar 1999

»Ein Bahnhof im Regierungsviertel muß ein schöner Empfangssalon sein«, meint Wieland Giebel. Ganz von seiner Losung überzeugt, stellt der Vertreter der Gesellschaft Historisches Berlin dieser Tage einen mit großformatiger Kunst drapierten S-Bahnhof Unter den Linden vor.

Zusammen mit der Agentur Alpha Press haben die »Historiker« hier 5 Bilder aufgehängt, die »dem schmucklosen Bahnhof für drei Jahre ein ansprechendes Kleid geben sollen«, wie Giebel sagt. Zwanzig der über den Gleisen montierte Kunstwerke haben die »Linden im Wandel der Jahrhunderte« zum Thema. Die anderen, deutlich kleineren Bilder präsentieren traditionsreiche Berliner Unternehmen – darunter auch die Berliner Morgenpost, sowie die Späth’sche Baumschule.

»Statt Entführung in Werbewelten ein Trip in die Geschichte«

Tagesspiegel 29. Januar 1999, Lothar Heinke

Der Bahnhof Unter den Linden im »Keller« gelegen und dennoch kein Bahnsteig für eine U-, sondern für eine S-Bahn, belebt sich weiter. In den Eingangsbereichen und in den bisher aus Gründen des Denkmalschutzes ungenutzten Reklameflächen hinter den Gleisen sorgen jetzt große Bildertafeln für Abwechslung. Beim Warten auf den nächsten Zug kann man sich mit Darstellungen der »Linden« im Wandel der Jahrhunderte die Zeit vertreiben. Und staunen oder sich erinnern: So war das beim Fall der Mauer im Winter ’89 am Brandenburger Tor. So unscheinbar sah das Wahrzeichen anno 1764 aus, als es noch kein Wahrzeichen, sondern eine schmale Durchfahrt war. Der Linden-Boulevard von 1900 im Kontrast zum wuchtigen Stadtschloß, und dies wiederum als werbewirksame Attrappe aus gelbem Leinenstoff von 1995.

Interessant sind auch die 35 Bildtafeln über traditionsreiche Firmen in den Eingängen: Siemens zum Beispiel präsentierte 1879 die erste (elektrische) Lokomotive ohne Dampf und zählt heute weltweit zu den größten Anbietern in der Bahntechnik. Oder »100 Jahre Lysoform«: 1900 wurde das Desinfektionsmittel patentiert. Heute wird das »Unternehmen für Hygiene, Sauberkeit und Gesundheit«, in vierter Generation im Familienbesitz, vom Urenkel des Gründers geleitet. Dies und manches mehr erfährt man en passant auf dem S-Bahnhof; Initiator war die Gesellschaft Historisches Berlin, Karl Heinz Kraemer von Alpha Press produzierte die Tafeln, die Deutsche Bahn ebnete den Weg zu dieser nicht aus öffentlichen Mitteln geförderten dreijährigen Ausstellung, und 50 Sponsoren ermöglichten den Bahnhofsschmuck – und damit die eigene Imagepflege rund um einen ohne diese Bilder ziemlich einsamen S-Bahnsteig.