Die Mauer

Wo eigentlich war die Mauer?
Jeder, tatsächlich jeder Besucher Berlins fragt das. Und fragen Sie doch mal einen Berliner, wo die Mauer am Potsdamer Platz genau verlief. Er wird ziemlich sicher ins Stottern kommen. Es bleibt völlig unverständlich, warum nur eine kaum sichtbare und nicht durchgängige Pflasterstein-Doppelreihe und einige ebenso unscheinbare Stelen aus Glas an die Mauer erinnern.


Die Mauer war das bedeutendste Geschichtsdenkmal des 20. Jahrhunderts.

Die Mauer war das prägende Ereignis unserer Generation. Dieser tiefe Einschnitt in die deutsche Geschichte, der Berlin am härtesten traf und der die Menschen in aller Welt mit Schauder erfüllte, erfährt heute keine angemessene Würdigung.

100 Freiheitsstelen, dreiseitige Türme in der Größe einer Litfaßsäule, sollen die Stadt durchziehen, auf denen jeweils vom Osten und vom Westen zu sehen ist, wie es damals eigentlich war. In die Vorbereitungen soll die Bevölkerung aktiv einbezogen werden.

Diese Aktion wurde von Karl Heinz Kraemer, Alpha Press, und Wieland Giebel, Gesellschaft Historisches Berlin, zum 10. Jahrestag des Mauerbaus vorgestellt. Die Realisation steht noch aus.

Foto: Wieland Giebel zeigt ein Model der Info-Säule.

(Foto: Keikus, Berliner Kurier)


Über die Präsentation der Freiheitsstelen berichteten der Tagesspiegel, die Berliner Zeitung, der Berliner Kurier, BILD und die B.Z., sowie Rainer Stache in der Morgenpost vom 26. Juni 1999:
»Mit dreieckigen Litfaßsäulen will Wieland Giebel von der Gesellschaft Historisches Berlin zum zehnjährigen Jubiläum des Mauerfalls den Mauerverlauf nachskizzieren. Zusammen mit Karl Heinz Kraemer von Alpha Press sucht er jetzt Sponsoren für die Aktion, aber auch Bürger, die mitmachen. Die zuständigen Senatsdienststellen hätten Zustimmung signalisiert. Die 3.60 Meter hohen »Freiheitsstelen« in original Mauerhöhe werden auf einem Betonfuß ruhen, könne deshalb mit Kraneshilfe jederzeit versetzt werden. Mindestens 50 davon sollen entlang wichtigen Mauerorten aufgestellt werden. Auf der ersten, 1,20 Meter breiten Seite gibt es allgemeine Informationen über die Mauer auf deutsch und englisch. Auf den beiden anderen Seiten zeigen Fotos die Situation an diesem Ort aus West- und Ostsicht. Die Bildflächen werden abwaschbar beschichtet. 20 000 Mark wird eine Stele kosten. Das Projekt ist noch nicht verwirklicht worden.

»Wenn ein Betonhersteller oder ein Transportunternehmen uns unterstützte, könnten die Kosten halbiert werden«, hofft Giebel. Sein Kompagnon Kraemer, erfahren in Ausstellungsdingen, will die Aktion nicht als Konkurrenz zu anderen Aktivitäten zum 9. November verstanden wissen. »Wir verstehen uns sozusagen als Ergänzungsmaßnahme.« Die Stelen sollen über den Gedenktag hinaus an die Mauer erinnern. Je nach Sponsorengeldern soll die Stelenreihe immer dichter werden.«

Foto: Dreieckige Litfasssäulen sollen an die Mauer erinnern.

(Foto: Fromm)