Wie es begann…

Existenzgründer suchen verzweifelt nach guten Ideen, hier ging es ganz von allein (meint man so im Nachhinein).

Die Gesellschaft Historisches Berlin hatte Unter den Linden eine Ausstellung mit Modellen zur Stadtgeschichte und Informationstafeln, die durch ehrenamtliche Arbeit allein kaum zu betreuen war. Mit der angegliederten Buchhandlung wurde ein kommerzieller Rahmen geschaffen, der zur Infrastruktur der Ausstellung beitrug.

Der 20. November 1997 war ein unwirtlicher Tag mit niedrig hängenden Wolken und wenig Verkehr Unter den Linden. Der Laden sollte früh genug vor Weihnachten geöffnet sein, um das bekanntermaßen gute Weihnachtsgeschäft im Buchhandel nicht vorbeigehen zu lassen. Mit fünfzig Titeln und fünf Kunden am Tag war das nicht so einfach.

Aus wenigen Tapeziertischen im Jahr 1997 entwickelte sich die größte Buchhandlung über Berlin. Das ist erst wenige Jahre her. Man kann es sich kaum noch vorstellen. Weil wir immer größer wurden, zogen wir Anfang des Jahres 2000 in die Räume Unter den Linden 10. Dort hatten wir 350 Quadratmeter. Inzwischen sind wir weitergezogen. Über dieses Gebäude findet man auf dieser Homepage im Archiv ausführliche Texte und Bilder. Im Archiv deswegen, weil wir weiter umgezogen sind. In den Römischen Hof Unter den Linden 10 zog der Palazzo Italia, ein italienisches Außenhandelszentrum.

Im Januar 2005 zogen wir an den Gründungsort der Berlin Story zurück. Zurückziehen ist etwas Understatement, denn wir haben diese Räume erheblich ausgebaut, vergrößert, Zwischenwände rausgenommen, die bombensicher (also gegen den Einschlag von Bomben) hochgezogen waren. Hier konnten wir die Bücher, die Ausstellung und den Film „The Making Of Berlin“ täglich auf insgesamt 650 Quadratmetern zeigen.

April 2008 zog die Berlin Story in das Gebäude Unter den Linden 26, direkt neben dem Haus der Schweiz. Auf 1400m² Fläche begrüßte sie nun ihre Gäste in neuem Ambiente. 2011 folgte der nächste Umzug, aber nur wenige Hundert Meter Richtung Brandenburger Tor. Nun finden Sie uns Unter den Linden 40.

Die Berlin Story heute

Heute umfaßt das Sortiment 3.000 Bücher über Berlin. Dazu kommen rund 400 englische Titel und Reiseführer in zwölf Sprachen. Die Berlin Story kann damit in Berlin eine Alleinstellung für sich beanspruchen.

Einen nicht unerheblichen Teil ausländischer Titel importieren wir direkt. Sie sind über den deutschen Buchgroßhandel nicht erhältlich. Besucher aus fernen Ländern weisen uns darauf hin oder die Autoren selbst, die ja Berlin kennen und uns bei ihrem Besuch entdecken, schicken uns ihre Bücher.

So ähnlich funktioniert es auch mit dem grauen Markt deutscher Titel, also der Literatur, die nicht im Verzeichnis lieferbarer Bücher vorkommt. Das sind Broschüren von Vereinen oder von Autoren, die ihr Werk im Selbstverlag herausbringen. Deren Bestellung macht viel Arbeit, weil man sie nicht einfach per Mausklick finden und anfordern kann. Aber gerade das macht den Reiz der Berlin Story aus: mehr zu finden als man sich vorstellen kann.

Viele Kunden nutzen uns wie eine Bibliothek. Neulich war ein Sportstudent da, der über die Olympiade in Athen 1896 schrieb und herausfinden wollte, was Vicky dazu meinte, Kaiserin Friedrich. Und vielleicht ihr Vater, Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, der Gatte von Königin Viktoria von England. Einiges konnten wir beitragen. Die Produktfülle hat nicht nur im Buchbereich zugenommen. Selbst produzieren lassen wir die Prinzessinnengruppe von Schadow (Abbildung) in Gips und edlem Marmorstaub sowie das Reiterstandbild von Friedrich dem Großen.

Aufgrund der langen Öffnungszeit (täglich von 10 bis 19 Uhr) und des hohen Beratungsbedarfs haben wir mehr Mitarbeiter als üblich – üblich im Sinne der statistischen Durchschnittzahlen. Jedes Jahr stellen wir einen Auszubildenden ein. Bisher haben alle mit großem Erfolg die Ausbildung abgeschlossen und sind geblieben, manche zu anderen Buchhandlungen gegangen und viele haben erstmal eine Weltreise angetreten. Das bleibt nicht aus, wenn man Tag für Tag so viele Menschen aller Kontinente kennenlernt und immer wieder einmal eingeladen wird.