bsnUkraine

Russland setzt Jet-Drohne mit Hohlladung ein

Seit Kurzem kommt in den Jet-Drohnen vom Typ Geran-4 („Jet-Shahed“) eine neuartige Gefechtskopf zum Einsatz. Der erste dokumentierte Kampfeinsatz dieser Munition auf ukrainischem Territorium zeigt eine Weiterentwicklung der russischen Angriffstaktik und birgt neue Risiken für die Bevölkerung.

Angriff auf einen Brückenpfeiler in Kyiv

Shaped Charge / Hohlladungen

Bei dem jetzt gesichteten Sprengkopf handelt es sich um eine spezielle Ausführung mit Hohlladungen. Das System besteht aus einem 40 kg schweren Sprengkopf, der durch bis zu vier zusätzliche 5 kg schwere Schneidladungen ergänzt wird. Jede der vier Ladungen hat einen eigenen Planarsensor, der die Ladung im richtigen Moment auslöst.
Gezieltes Durchtrennen von Schlüsselinfrastruktur
Bisher wurden die Drohnen auf Wohngebäude, Bahnhöfe oder Einkaufszentren abgeschossen. Nun werden auch 330-kV-Überlandleitungen, Brückenpfeiler und Bahntrassen angegriffen. Der Endanflug ist dabei so präzise, dass es sich um Auto-Targeting (also einen Autonomen Anflug aufs Ziel) handeln könnte.

Das Ziel Russlands scheint die Zerstörung der Infrastruktur vor dem Winter zu sein. So soll die Ukraine unbewohnbar gemacht werden. Dadurch würde Russland eine große Fluchtwelle in Richtung Europa auslösen, was wiederum zu Spannungen in Politik und Bevölkerung führen würde.

Erhöhte Gefahr für Kampfmittelräumer

Bei der Beseitigung von Blindgängern bringt der Gefechtskopf eine tückische Neuerung mit sich. Die vier 5-kg-Zusatzmodule sind mit eigenen Planarsensoren ausgestattet und können sich beim Aufschlag vom Hauptkörper trennen. Dadurch liegen nicht explodierte Module oft abseits des eigentlichen Wracks und stellen eine große Gefahr für den Kampfmittelräumdienst dar.