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Liste russischer Verluste aufgetaucht – wie lange hält Putin noch durch?

Im Internet kursiert eine Tabelle, welche die russischen Verluste in der Ukraine in diesem Jahr auflisten soll: 300.000 Soldaten. Seit Beginn der vollen Invasion der Ukraine am 24.02.2022 sind rund 1,2 Millionen russischer Soldaten getötet oder verwundet worden. Wir haben uns die Tabelle angesehen und kommen zu folgendem Ergebnis:

Tabelle mit russischen Verlusten - die Echtheit des Dokumentes ist nicht geklärt
Tabelle mit russischen Verlusten – die Echtheit des Dokumentes ist nicht geklärt

Was uns die Tabelle zeigt

Die Tabelle listet angebliche russische Verluste für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. September 2025 auf. Die entscheidenden Gesamtzahlen sind:

  • Gesamte Personalverluste: 281.550
    • Tot: 86.744
    • Verwundet: 158.529
    • Vermisst: 33.966
    • Gefangen: 2.311
  • Verluste bei der Militärtechnik:
    • Irreparable Verluste: 13.145 Einheiten
    • Wiederherstellbare Technik: 48.458 Einheiten

Die Tabelle schlüsselt diese Zahlen weiter nach einzelnen Heeresgruppen (z.B. „Центр“ – Mitte, „Запад“ – West, „Север“ – Nord) auf, wobei die Gruppen „Центр“ (96.574 Gesamtverluste) und „Север“ (53.572 Gesamtverluste) die höchsten Verluste aufweisen.

Militäranalysten beobachten, dass die Geschwindigkeit, in der Russland Soldaten verliert, in bestimmten Phasen des Krieges stark zugenommen hat. Während die Verluste zu Beginn der Invasion 2022 bereits hoch waren, haben sich die Zahlen seitdem immer weiter erhöht. Laut ukrainischen Angaben und westlichen Analysen verdoppelte sich die tägliche Verlustrate von durchschnittlich etwa 340 Soldaten pro Tag im Jahr 2022 auf fast 700 pro Tag im Jahr 2023. Im Jahr 2024 stieg diese Zahl weiter auf über 1.100 pro Tag.

Besonders verlustreiche Phasen waren die monatelangen, zermürbenden Kämpfe um Städte wie Bachmut und Awdijiwka. Russland setzte hier auf sogenannte „Fleischwolf“-Taktiken, bei denen massenhaft Infanterie, oft schlecht ausgebildete Soldaten und rekrutierte Sträflinge, in Wellen an die Front geschickt wurden. Sie sollten einfach bis zum nächsten Haus vorrücken. Viele starben, wenige schafften es. Es wurden immer mehr geschickt, bis das Haus eingenommen war. Und dann ging es weiter, bis keine Soldaten mehr übrig waren. 

Wie lange kann Russland durchhalten

Russland kann auf eine große Bevölkerung zurückgreifen. Durch kontinuierliche Rekrutierungskampagnen mit hohen Gehältern, die Anwerbung von Ausländern und die Rekrutierung von Strafgefangenen konnte eine weitere offizielle Massenmobilisierung bisher vermieden werden. Die Altersgrenze für Vertragssoldaten wurde auf 65 Jahre angehoben, um den Pool an potenziellen Rekruten zu vergrößern.

Die russische Wirtschaft ist vollständig auf die Bedürfnisse des Krieges ausgerichtet. Die Rüstungsproduktion läuft auf Hochtouren, und die Militärausgaben machen inzwischen etwa 7-8 % des Bruttoinlandsprodukts aus (vor dem Krieg waren es ca. 3,6 %). Russland produziert mehr Artilleriemunition als alle westlichen Verbündeten der Ukraine zusammen und kann große Mengen alter sowjetischer Panzer und Fahrzeuge aus den Lagern reaktivieren.

Trotz westlicher Sanktionen hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet. Durch hohe Ölpreise und den Export in Länder wie China und Indien werden weiterhin hohe Staatseinnahmen generiert, die den Krieg finanzieren.

Russland: Quantität vor Qualität

Neu produzierte russische Panzer können oft nicht mit der modernen westlichen Technologie mithalten. Die schnell ausgebildeten Soldaten können keine Komplexen Aufgaben übernehmen und sterben schnell. Dazu kommt, dass die Kriegswirtschaft überhitzt und zu strukturellen Problemen führt. Es herrscht ein massiver Arbeitskräftemangel in den anderen Bereichen, da viele Männer an der Front oder in der Rüstungsindustrie sind. Die hohe Inflation und die Vernachlässigung ziviler Sektoren (wie Gesundheit und Infrastruktur) werden langfristig zu erheblichen Problemen führen.

Ein Großteil des eingesetzten Materials stammt aus riesigen, aber endlichen sowjetischen Lagerbeständen. Teilweise werden Panzer aus den 50er oder 60er Jahren eingesetzt. Wenn diese aufgebraucht sind, wird es für Russland schwieriger, die Materialverluste allein durch Neuproduktion auszugleichen.

Es geht noch ein paar Jahre

Die meisten Analysten gehen davon aus, dass Russland den Krieg noch mehrere Jahre weiterführen kann. Ein militärischer Zusammenbruch ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich. Solange Putin die Wirtschaft steuert und genügend Personal zu rekrutiert, wird es weitergehen.