Bei einem gezielten Angriff mit einer russischen Drohne wurden gestern in der südukrainischen Stadt Kherson zwei Helfer einer lokalen Partnerorganisation der deutschen NGO Bravery durch Schrapnelle schwer verletzt. Die beiden zivilen Helfer befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Einsatz, um Zivilisten aus der lebensgefährlichen Frontzone zu evakuieren.

Helfer vor Ort äußern sich

Oleg Degusarov (32) vor Ort erklärt: „Die Drohne hatte auf dem Asphalt gewartet. Als sie das sich nähernde Fahrzeug erkannte, hob sie zum Angriff ab, verfehlte jedoch ihr beabsichtigtes Ziel und detonierte stattdessen auf der Straße. Die Explosion ereignete sich auf der Beifahrerseite des Fahrzeugs, weshalb der Beifahrer viel schwerer verletzt wurde als der Fahrer. Beide wurden von mehreren Schrapnellen getroffen – auch am Hals. Sie befinden sich im Krankenhaus.“
Oleg Degusarov wurde selbst am 12. April 2025 bei einem Drohnenanngriff schwer verletzt. Sein Freund Oleg Konekt Salnyk starb neben ihm. Wir berichteten.

Der Bravery e.V. Vorsitzende Chris Knickerbocker (32) erklärt: „Wenn Menschen, die unbewaffnet andere Zivilisten aus der Schusslinie holen, selbst mit militärischen Kampfdrohnen gejagt werden, ist eine rote Linie überschritten. Dieser Angriff galt Helfern, die im Auftrag der Menschlichkeit handeln. Wenn die internationale Gemeinschaft hier wegsieht, wird die humanitäre Hilfe vor Ort vollkommen lahmgelegt – und das trifft am Ende die schwächsten Zivilisten, die niemanden sonst haben.“
Täglich mehrere Angriffe
In der gleichen Gegend wurde heute ein Zivilist an seinem Markstand von einer russischen Drohne um seinen Stand gejagt, bis er nicht mehr ausweichen konnte und ihn der Drohnen Pilot versuchte ihn vor laufender Kamera zu ermorden. Die militärische Drohne explodierte – der Zivilist überlebte.
Zivile Hilfe kaum noch möglich
Dieser erneuten Angriff unterstreicht eine dramatische Eskalation vor Ort: Zivilpersonen, die uneigennützig anderen Zivilisten in Not helfen, werden mit präzisen Kriegswaffen gezielt attackiert. Solche Angriffe treffen nicht nur die Helferinnen und Helfer direkt, sondern gefährden das gesamte humanitäre Netz. Die fortlaufende gezielte Bedrohung macht die Überlebenshilfe deutscher NGOs und ihrer Partnerorganisationen vor Ort nahezu unmöglich und stellt die Ausführung lebensrettender Einsätze vor enorme Hürden.