Die geheimste russische Drohne: S-70 Ochotnik-B
Was die Russen um jeden Preis verborgen halten wollten, ist im Berlin Story Bunker zu sehen: Teile der geheimsten Drohne S-70 Ochotnik. Dank ihrer Tarnkappe sei diese Drohne für den Gegner „praktisch unsichtbar“, erklärte der Rüstungskonzern Rostec.

Die Geheimhaltung dieser 50 Millionen Dollar teuren Stealth-Drohne ist den Russen so wichtig, dass sie die Absturzstelle in Kostjantynivka selbst mit einer fünf Millionen Dollar teuren Iskander-Rakete bombardierten, um alle Spuren zu verwischen. Unsere Kollegen vom Nationalen Militärhistorischen Museum Kyiv fragen: „Warum habt Ihr das Teil und nicht wir?” Enno Lenze war am 7. Januar 2025 an der Front bei Kostjantynivka. Mit einer militärischen Sondergenehmigung durfte er sich weit vorwagen, bis zu den Unterständen der Soldaten, die er seit Langem kannte. So kamen wir an dieses Teil der geheimsten Drohne Russlands.

Ukrainische Techniker und Analysten sind schnell. Sie ahnen, was kommt, und bauen schneller Teile und IT aus, als in Moskau die Entscheidung fällt, eine Iskander-Rakete hinterherzuschießen. Immer wieder schießen die Russen eine zweite Rakete auf dasselbe Ziel ab, vor allem dort, wo medizinische und technische Helfer erwartet werden.
Kein Stealth

Auf den Propagandafotos sieht die S-70 hochwertig verarbeitet aus, wie es sich für eine Stealth-Drohne gehört. In Wirklichkeit sind die Teile jedoch spröde und zusammengenietet. Das ist Handarbeit in einer Schrauberwerkstatt – nichts mit Tarnkappe.
Chips aus dem Westen



Der ukrainische Militärnachrichtendienst GUR unterhält eine Datenbank mit Tausenden ausländischer Bauteile. Er veröffentlichte eine Liste von 30 westlichen Komponenten, die in der S-70 gefunden wurden. Darunter befanden sich ein Motortreiber mit eingebautem Stromsensor von Maxim Integrated Products (USA), ein Transistor von Infineon Technologies (Deutschland), ein Mikroprozessor von Xilinx Inc. (USA), ein Leistungsmodul von Texas Instruments (USA), ein Isolator von Analog Devices sowie ein weiterer Mikroprozessor von STMicroelectronics (Schweiz). Dutzende weiterer Komponenten dieser und anderer Firmen wurden ebenfalls gefunden.
Erfahren Sie mehr im Ukraine Museum
Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie in unserer Serie „Know your enemy“. Wenn Sie in Berlin sind können Sie auch unser Ukraine Museum am Potsdamer Platz besuchen.
