Exponate und Installationen

Auf dieser Seite finden Sie eine kleine Auswahl von Exponaten, die Sie in unserer Ausstellung bewundern können. Es handelt sich bei den meisten Stücken um Originale aus den jeweiligen Epochen der Berliner Geschichte. Alle Modelle sind mit viele Liebe und Kleinarbeit aufgebaute Abbilder historischer Wirklichkeit. Zur Einstimmung auf einen Besuch im BERLIN Story MUSEUM finden Sie hier ein paar kleine Geschichten rund um unsere Ausstellungsstücke und Installationen.

The Gate
The Gate Berlin Story Museum
Die Eingangsinstallation zeigt 300 Jahre Berlin Geschichte. Alle wichtigen historischen Ereignisse fanden am oder rund um das Brandenburger Tor statt. Die Hohenzollern, Napoleon, Hitler und Reagan inszenierten sich hier, lange bevor man auf der Straße davor die Loveparade oder die Fußball WM feiern konnte.

 

Porzellan aus dem Palast der Republik

Jedes Porzellanstück, von dem im Palast der Republik gespeist wurde, trug das Monogramm PdR, als Kürzel für Palast der Republik. Acht verschiedene Geschirrservices gab es im „Volkshaus“.

Hochzeiten, Jugendweihen und anderen Festlichkeiten war das edle Porzellan mit dem Rand aus Blattgold vorbehalten. Dieses Geschirr sehen Sie hier oder in unserer Vitrine im BERLIN Story MUSEUM.

Die DDR-Führung hatte 1950 das Barocksnloss Berlins an der Spree gesprengt und errichtete 1976 auf derselben Stelle den „Palast der Republik“, als Prestigebau und als politisches Zeichen.

Das „Volkshaus“ oder, im Volksmund, „Erichs Lampenladen“ genannt wegen seiner üppigen Lampenfülle im Foyer – vereinte verschiedene Funktionen in sich. So tagte dort das Parlament der DDR, die Volkskammer. Gleichzeitig beheimatete es öffentliche Gaststätten, eine Kegelbahn und ein Theater.

 

 

Historisches Stadtmodell

Sieben Jahre hat Claude Möller an diesem Modell gebaut. Er besuchte die Hochschule der Künste in Brüssel und kam 1970 nach Berlin.

Alle Gebäude dieses einmaligen Modells sind bis ins kleinste Detail recherchiert. Zum Beispiel die Französische Botschaft am Pariser Platz. Von vorn gibt es viele Abbildungen. Aber wie es im Hof aussah und wie die Remise war, der kleine Durchgang an der Seite, die Balkons hinten und der Springbrunnen im Botschaftsgarten – das findet man nur durch Studium der Bauakten heraus.

“Genauso war es. Dort in dem großen Springbrunen habe ich schwimmen gelernt”, erzählte anläßlich eines Besuchs in der Ausstellung der Sohn eines ehemaligen französischen Botschafters.

 

 

Friedrich der Große

Friedrich der Große, wie er schon zu Lebzeiten genannt wurde, hier aus Alabaster und etwa 70 Zentimeter hoch.

Andreas Artur Hoferick hat in seiner Steinrestaurierung und Steinbildhauerei diese Büste geschaffen. Das große Original steht im Volkspark Friedrichshain auf einer hohen Säule, auch aus der Werkstatt Hoferick.

In der Ausstellung wird die Geschichte von Friedirch dem Großen und der Kartoffel erzählt. Er führte die Kartoffel ein. Wir zitieren aus dem entsprechendem Erlaß. Friedrich wollte dadurch für die gesunde und ausreichende Ernährung der ständige wachsenden Bevölkerung sorgen.

 

 

1880

10 Kinder in einem Zimmer. Die Lebensbedingungen der armen Bevölkerung waren 1880 katastrophal, menschenunwüdig, grausam. Das ist schwer darzustellen. Die Szene wirkt im BERLIN Story MUSEUM immer noch idyllisch, eine Idylle der Armut.

Für diese szenische Darstellung, die sich den Besuchern einprägen soll, wurde ein alter Holzfußboden verlegt. Links an der Wand befindet sich ein Türklopfer, der Vorläufer der Klingel. Der Bollerofen, die Öllampe an der Wand über dem Tisch, der Waschtrog darunter, die Milchkannen, der Brotkasten sowie eine Bohnen-Schnibbel-Maschine auf dem Tisch stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf dem Boden in einer kleinen Schüssel befindet sich eine Puppe aus der damaligen Zeit.

 

 

Bismarck

An Bismarck entzünden sich immer wieder Diskussionen. Bei der Planung der Ausstellung. Jetzt im Museum. Die Kriege, die Sozialistengesetze, der Kulturkampf, die Sozialgesetzgebung – Zuckerbrot und Peitsche.

Nicht zuletzt war er Choleriker. So begegnete uns Bismarck zuletzt, nämlich bei der 150-Jahr-Feier zur Eingemeindung von Moabit. Virchow, der Arzt und Gesundheitspolitiker, berichtete im historischen Interview, wie Bismarck ihn wegen einer Lappalie zum Duell herausgefordert hatte. Ersten war das auch damals schon verboten. Zweitens sagte Virchow, die Zeit für derlei Schwachsinn sei einfach vorbei.

Da Bismarck auch Hypochonder war, tut es ihm gut, wenn man ihm beim Vorbeigehen zart über den Kopf streicht. Dann fühlt er sich im Museum wohl.

 

 

Bücherverbrennung

Bereits am 10. Mai 1933 wurde die Verbrennung von Büchern auf dem Bebelplatz (früher Opernplatz) groß als Propagandaaktion der Nationalsozialisten inszeniert. Die organisierten, rechten Studentenverbrannten Bücher von jüdischen, kommunistischen, pazifistischen oder sonstwie mißliebigen Autoren. „12 Thesen wider den undeutschen Geist“ dienten als Grundlage.

Da es eine recht genaue Aufstellung aller Werke gibt, die damals mit Feuersprüchen “den Flammen übergeben” wurden, konnten wir sie antiquarisch erwerben. Sämtliche Bücher in der Vitrine sind älter als 1933. Genau so sahen also die Bücher aus, die verbrannt wurden. Sehr wahrscheinlich ist, dass genau Bücher aus diesen Auflagen verbrannt wurden.

 

 

Der Spiegel

Einer der prägenden Unterschiede zwischen Ost und West war die freie oder nicht freie Presse. Aus diesem Grund ist die allererste Ausgabe des SPIEGELS ist in der Vitrine “West-Berlin” zu finden. Das Original steht für das Thema Freiheitswille – eines der Leitmotive der Ausstellung.

Freie Presse, was war in Berlin immer ein Thema. Friedrich der Große sagte: “Gazetten, wenn sie interessant seyn sollen dürfen nicht geniret (zensiert) werden.” Dieses Motto hängt heute auf einer großen Ausstellungstafel im Berlin Story Verlag.

Freie Presse gab es immer dann nicht, wenn die Freiheit unterdrückt war. Nach dem Ende des Nationalsozialismus wollten die westlichen Siegermächte eine eigenständige, kritische deutsche Presse. Der Spiegel steht wie kaum eine andere Zeitschrift für diesen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im Kalenderblatt des DeutschlandRadios heißt es dazu:

Schon die erste Ausgabe des “Spiegel” vom 4. Januar 1947 enthielt Rubriken wie: Panorama, Deutschland, Ausland, Wirtschaft und Personalien, die sich noch heute ebenso im Blatt finden wie der typische dreispaltige Seitenspiegel. Rudolf Augstein hatte, trotz seiner jungen Jahre, das Redaktionsruder fest in der Hand. Er und sein Team hausten eher wie in einer Wohngemeinschaft, klauten Nachts Kohlen, um Tagsüber schreiben zu können. Sie verstanden sich als journalistische Speerspitze in einem neuen demokratischen Deutschland.