Ein Glücksfall – original Mauersegmente gefunden

Mauersegmente_Giebel_0325 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 fand der Berliner Mauer-Experte Wieland Giebel Original-Segmente der menschenverachtenden Sperranlage zwischen Kreuzberg (West) und Mitte (Ost).

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25 years after the Fall of the Wall on 9th November 1989, Berlin Wall expert Wieland Giebel stumbled upon original sections of the inhuman barrier between Kreuzberg (West Berlin) and Mitte (East Berlin).

Die Mauersegmente sind vollständig erhalten und in gutem Zustand. Einige sind mit Graffiti versehen, andere sind weiß angestrichen. Die Mauersegmente befanden sich in einem abgesperrten Hinterhof.

The sections of the Wall have been well preserved and are in good condition. Some sections are complete with graffiti and some have been painted white. The segments have been locked up in a private storage yard.

 

2 Berliner Mauer im Hinterhof

Der ehemalige Standort und die Geschichte des Ortes sind ausführlich dokumentiert – siehe mehr als 20 Abbildungen weiter unten.

The former location, as well as the history of the area, have been well documented and can be seen in more than 20 photographs below.

In dem von Wieland Giebel gegründeten Verlag erschienen zahlreiche Bücher über diesen Teil der Berliner Mauer, ohne dass er wusste, dass diese Stücke der Mauer tatsächlich noch vorhanden sind. Giebel ist zudem Produzent des am häufigsten verkauften Films über die Berliner Mauer – „Die Berliner Mauer 1961 bis 1989“.

Scores of books about these sections of the Wall had already been published by the Berlin Story Publishing House, founded by Wieland Giebel, before he found out that such sections of the Wall were still available. Furthermore, Wieland Giebel is the producer of the film ‚The Berlin Wall: 1961-1989‘, which tells the history of the Wall and is the most popular and most widely purchased film on the topic.

Jedes Mauersegment ist jetzt für 11.900 Euro im Angebot.

Es kann optional individuell von einem Street Art Künstler bemalt werden –

wie auf diesem Beispiel (2015) zu sehen.

Mauersegment Motiv neu

Each section of the Wall is now available for €11.900.

3 Berliner Mauer mit Graffiti rot

Produktbeschreibung: Das Mauersegment ist 300 cm hoch, 120 cm breit und der L-förmige Fuß 210 cm lang. Das Gewicht beträgt etwa 2800 kg. Das Mauersegment hat im oberen Teil zwei (vorgesehene) Löcher zum Transport. Das Segment befindet sich in gutem Zustand. Es gehört zur Generation „Grenzmauer 75“ – siehe Wikipedia.

Product description: The section of Wall is 300 cm high, 120 cm wide and the L-shaped base is 210 cm long. Each section weighs around 2800 kg. Each section has two (designated) holes along the top for transport. The sections are all in good condition. They belong to “Grenzmauer 75” (Border Wall 75) – see Wikipedia.

4 Rückseite der Mauersegmente von Abb 3

Es handelt sich um einzelne Segmente der vierten Mauergeneration aus den 1980er Jahren ohne Rohrauflage. Die Rohrauflagen waren asbesthaltig.

Each individual section was once part of the fourth generation of Wall from the 1980s. These sections did not include the round section which ran along the top of the Wall. This round section of the Wall, intended to prevent escapees from climbing over the Wall, contained asbestos.

Im Jahr 1989 war die Berliner Mauer aus diesen Segmenten 106 Kilometer lang. Die Länge der Demarkationslinie zwischen West-Berlin und der DDR betrug 112,7 Kilometer, die zwischen West-Berlin und Ost-Berlin 43,7 Kilometer.

In 1989 the Wall made up of these sections was 106 km long. The total length of the demarcation line between West Berlin and the GDR amounted to 112.7 km and the length between West Berlin and East Berlin, 43.7 km.

Die angebotenen Mauersegmente stammen aus der Grenzanlage, die Ost-Berlin von West-Berlin trennte.

The sections available for purchase are from the border installation which divided East and West Berlin.

Sie kaufen diese original Segmente der Berliner Mauer direkt von Wieland Giebel.

Buyers purchase directly from Wieland Giebel. Private sale, no return of sale, the article has already been used, used goods.

Privatverkauf – Keine Rücknahme – Keine Garantie – der Artikel wurde bereits genutzt – gebrauchter Artikel

Der Transport des Mauersegments ist nicht im Kaufpreis enthalten. Der Transport kann jedoch vom Verkäufer organisiert werden.

Transportation of the goods is not included in the price. Transportation can, however, be organised by the seller.

Die Segmente sind auch abgebildet auf Wikipedia unter dem Stichwort „Berliner Mauer“. Beim zweiten Bild von oben auf der Wikipedia-Seite mit den Graffiti auf der Westseite des Luisenstädtischen Kanals handelt es sich um Segmente der Berliner Mauer wie sie hier angeboten werden, also die Segmente der Berliner Mauer mit den beiden Transportlöchern oben und den langen, schweren L-förmigen Füßen.

The segments of the Wall can be seen on German Wikipedia by searching for “Berliner Mauer”. The second picture from the top, complete with graffiti on the western side of the Luisenstadt Canal, are similar to those on offer to you here: the sections with two holes for transportation and the long, heavy L-Shaped base.

Die Segmente waren so aufgestellt, dass der Feind, also der Westen, sie nicht einfach umkippen konnte.

The sections were put up in such a way that the enemy (those in the West) could not simply push them over.

 Mauer EngeldammDieses Foto zeigt den ursprünglichen Standort 1990. Die Mauersegmente zwischen Bethaniendamm (West, Kreuzberg) und Engeldamm (Ost, Bezirk Mitte) sind umgelegt, aber noch nicht abtransportiert.

This photograph shows the original location in 1990. The sections of Wall between Bethaniendamm (West Berlin, Kreuzberg) and Engeldamm (East Berlin, Mitte), had been upturned, but had not yet been removed.

Mauersegmente EngeldammStandort auf Google Maps gekennzeichnet. Heute befindet sich östlich das Engelbecken und westlich die (auf der Karte nicht eingezeichnete) evangelische St. Thomas Kirche mit dem beiden runden Türmen. Die Kirche ist auf vielen Fotos zu erkennen.

Location marked on Google Maps. St. Thomas Church, with its two round towers, can be found today on the eastern side of Engelbecken. The church can be seen on many of the photographs.

 

Historische Bedeutung des Standorts

 No translation of the historical section. In case you buy a Berlin Wall Segment we translate it for you.

In den folgenden Abbildungen wird chronologisch erläutert, wo dieser Teil der Berliner Mauer genau liegt, wie er sich historische entwickelte, dass es sich zunächst um einen Schifffahrtskanal, dann um einen Park handelte. Schließlich wird gezeigt, wie zur Zeit der Berliner Mauer Tunnel von West nach Ost und von Ost nach West gegraben wurden – an dieser Stelle ohne Erfolg.

Heute ist der Luisenstädtische Kanal zu einem wundervollen, friedlichen Park geworden, der Ost und West verbindet. Im Berlin Story Verlag kam das Standardwerk zum Luisenstädtischen Kanal heraus.

Luisenstädtischer Kanal, Zechnung FW IV_18361836 Der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. zeichnet auf einer Skizze (oben) ein, wie er sich den Luisenstädtischen Kanal vorstellt. In der Mitte befindet sich der Hafen, das Engelbecken. Dort werden aus dem Umland die Steine angelandet, aus denen die Luisenstadt gebaut wird. Königin Luise war die früh verstorbene Mutter des Königs. Sie wird bis heute verehrt. Luise stellte sich gegen Napoleon, der Berlin und Preußen besetzt hatte und ausblutete.

Luisenstädtischer Kanal Zeichnung etwa 18801880 – der Luisenstädtische Kanal als Transportweg für Kähne aus dem Umland. Gebaut wurde der Kanal 1848, zugeschüttet (weil er stank, es gab kein ausreichendes Gefälle) 1926. Die Häuser am Kanal entstanden hauptsächlich ab 1860.

Luisenstädtischer Kanal 19361936 – der Kanals wurde als Park gestaltet, als abwechslungsreiches Naherholungsgebiet für die Bewohner dieser dicht bebauten Lage. Später wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Zeit der Teilung Berlins durch die Mauer wiederhergestellt.

Luisenstadt, amerikanischer Bomberangriff 19441944. Bomben fallen bei einem US-amerikanischen Angriff auf die Luisenstadt. Der Krieg, der von Berlin ausging, kommt nach Berlin zurück.

Mauer Sperranlage, geheime VerschlußsacheDie Sperranlage in den 1980er Jahren mit innerer und äußerer Mauer; mit Bewegungsmeldern; mitten im Todesstreifen befinden sich Wachtürme, von denen aus geschossen wurde. Anfangs, nach dem Mauerbau am 13. August 1961, war das Grenzsicherungssystem noch nicht so „fortgeschritten“. Die Mauer bestand aus allem, was auf die Schnelle zu haben war.
Fluchttunnel Keussler Schulenburg 1962Observationsfenster Fluchttunnel Bethaniendamm 57, Oktober 1962, Keussler,Schulenburg, Fluchthelfer1962. Studenten graben vom Westen in den Osten unter der Berliner Mauer hindurch einen Fluchttunnel. Es ist der erste Tunnel dieser Gruppe. Sie wollen Freunde und Kommilitonen aus dem Osten holen, mit denen sie zusammen studiert haben. Der Versuch schlägt fehl. Die Studenten kennen die Geschichte des Luisenstädtischen Kanals nicht und wissen nichts von den tiefen Kanalmauern.

Von diesem kleinen Toilettenfenster im Bethaniendamm 57 in West-Berlin aus konnten die Studenten die Richtung ihres Tunnelsnach Osten überprüfen. Dokumentiert ist dieser Tunnelbau im Buch „Fluchthelfer“ von Klaus-M. von Keussler und Peter Schulenburg erschien im Berlin Story Verlag.
Joachim Schulz1970er Jahre. Der Todesstreifen mit Panzersperren (links) und eingeebnetem Feld, auf dem jede Spur zu erkennen ist. Im Hintergrund die evangelische St. Thomas-Kirche. Der langjährige Pfarrer dieser Kirche, Dr. Klaus Duntze, schrieb das Buch „Luisenstädtischer Kanal“, das Grundlagenwerk zu diesem Teil der Mauer, erschienen im Berlin Story Verlag.

Tunnel von Ost nach West 1975 1975, Mai. Westberliner beobachteten, wie Zonengrenzsoldaten im Osten den Todesstreifen aufwühlten und die angrenzenden Häuser im Osten durchsuchten. Der Tunnel war vom Osten her in den Westen vorangetrieben worden. Warum die Flucht scheiterte, ist nicht bekannt. Taschenlampen und Batterien lagen in einem Plastikeimer bereit. Später stellte sich heraus, dass der Tunnelausgang im Westen noch knapp auf Ost-Berliner Gebiet lag – aber für die Flucht hätte der 90 x 40 Zentimeter große Ausgang gereicht.

xTunnelskizze 1975 Luisenstädtischer Kanal

1975, Mai. Die Staatssicherheit fertigt eine Skizze an (oben)und kennzeichnet sie als „Geheime Verschlußsache“. Der Tunnelverlauf ist eingetragen. Der Engeldamm hieß damals Fritz-Heckert-Straße. Viel Straßen erhielten „sozialistische“ Namen.

1982, Peter Frischmuth, SO 36, p28, Bethaniendamm1982. Engeldamm und Bethaniendamm im Buch von Peter Frischmuth, der im Jahr 1982 Kreuzberg und die Berliner Mauer für seine fotografische Examensarbeit dokumentierte. Das Buch, aus dem auch das folgende Bild stammt, erschien im Berlin Story Verlag.1982, Peter Frischmuth, SO 36, p26, Thomaskirche1982. Thomaskirche (West) und Todesstreifen, aus dem Buch von Peter Frischmuth. In seinem Buch Berlin SO 36 vergleicht Frischmuth das Jahr 1982 mit 2006.

Mauer Bethaniendamm_Engeldamm 1982_Peter-Frischmuth, Berlin Story Verlag1982. Peter Frischmuth hat die Idylle auf der Kreuzberger Seite der Mauer im Blick. Ein Kinderbauernhof soll den Kindern von Kreuzberg Tiere näher bringen. Kreuzberg ist an mehreren Seiten von der Mauer umgeben. Der Berliner Bezirk liegt am letzten Ende der westlichen Welt.

Mauer Bethaniendamm_Engeldamm 1977, Dieter Kramer1987. Diesmal hat Dieter Kramer fotografiert. Immer wieder ist das Eckhaus am Engeldamm Ecke Adalbertstraße im Hintergrund zu sehen. An der Mauer setzt sich die maoistisch orientierte KPD/ML dafür ein „Die Mauer muß weg“.

Mauer Bethaniendamm_Engeldamm 1978, Dieter Kramer1987. Dieter Kramer fotografierte den Todesstreifen und die Thomaskirche. Das Buch ist bei Nikolai erschienen.

Mauer Bethaniendamm_Engeldamm 1990, April, Gerd Daniegel1990, April. Noch stehen die Mauersegmente. Gerd Danigel nimmt sie auf. Er lebt im Osten Berlins, in Prenzlauer Berg, und kann jetzt nach der Maueröffnung (und eben nicht überall dem Fall der Mauer) in den Westen, nach Kreuzberg. Es fasziniert ihn das gleiche Motiv, das schon einige andere vor ihm aufgenommen haben, nämlich die menschenverachtende Mauer kontrastiert mit der Idylle, wie sie in Kreuzberg entstand.

Einige der schönsten Bilder von Gerd Danigel finden sich in seinem bei Lehmstadt veröffentlichten Band.

Mauer Bethaniendamm_Engeldamm 1990, Dieter Kramer1990. Kurz darauf werden die ersten Segmente aus der Mauer gehoben, die Menschen können wieder durch diesen Durchgang zu Freunden und Verwandten, von denen sie 28 Jahre lang getrennt waren. Foto: Dieter Kramer.

PICT0455.JPG2006, am 7. Juli. Dieses jetzt ausführlich dokumentierte Teilstück des Luisenstädtischen Kanals, von dem die Mauersegmente stammen, wird als Garten neu eröffnet. Es waren dabei Volker Hobrack (links im Anschnitt), Vorsitzender des Bürgervereins Luisenstadt; Klaus Lingenauber, stellvertretender Leiter des Gartendenkmalamts; Hans Stimmann, Stadtbaudirektor; Dorothee Dubrau, Bezirksstadträtin; Klaus von Krosigk, Leiter des Gartendenkmalamts Berlin; Klaus Duntze (rechts), Autor des Buchs „Der Luisenstädtische Kanal“. Und hinter der Kamera Wieland Giebel.

Bethaniendamm, Engeldamm und Thomaskirche 20142014. Heute kann man nur ahnen, wo die Mauer war, wenn man weiß, wo sie stand. Robert Grahn ist für den Berlin Story Verlag geflogen und hat dieses Aufnahme gemacht, die in seinem Buch „Wandel im Flug“ zu finden ist.

Bücher aus dem Berlin Story Verlag

Ausschließlich mit diesem Teilstück der Berliner Mauer beschäftigt sich das 448 Seiten umfassende Buch
„Der Luisenstädtische Kanal“ von Dr. Klaus Duntze.

Weitere Literatur aus dem Berlin Story Verlag zur Berliner Mauer:

Berlin SO 36 – Fotografien von Peter Frischmuth

Die Berliner Mauer 1961 bis 1989 – Bilder aus den Beständen des Landesarchivs Berlin (Buch und Film)

Die Mauer in der Welt – in mehr als 140 Ländern auf allen Kontinenten, umfangreicher Bild-Text-Band.
Hg. v. Anna Kaminsky im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung

Where in the World is the Berlin Wall – englische Ausgabe von Die Mauer in der Welt

East Side Gallery –  alle Kunstwerke, alle Künstler/innen, alle Fakten, Fotografien von Jörg Weber

Bücher des Berlin Story Verlags, die mit der Berliner Mauer zu tun haben …

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