Zu Gast bei der Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse ist die wichtigste Buchmesse der Welt. Dass sie in Deutschland stattfindet, verwundert wenig. Durch die Geschichte der „Dichter und Denker“ sowie die Buchpreisbindung ist die Situation für das Verlagswesen hier so günstig und vielfältig wie sonst nirgends auf der Welt.

Frankfurter Buchmesse

Neben den schier unendlich vielen Ständen, die man durchstöbern kann, geht es, wie auf jeder Messe, für Geschäftsleute vor allem um das Kontakte knüpfen und halten. Die umfangreichsten Kontakte haben oft die Journalisten. Mein Tag begann deshalb im Pressezentrum mit einem Gespräch mit Frank Krings, der u.a. den Twitter Account der Buchmesse betreut. Wie immer in solchen Gesprächen erfährt man interessante Details und Neuigkeiten. Für mich am interessantesten war konkret die Akkreditierung von Bloggern als Presse. Heutzutage werden die Wichtigkeit und die Qualität von Journalismus oft allein an der Auflage oder am Renommé gemessen – viel zu selten aber am Elan und an der Akzeptanz in der (wenn auch manchmal kleinen) Zielgruppe. So werden z.B. gute Blogger oft nicht für voll genommen. Hier ist das anders: Leute, die mit viel Herzblut gute Texte in nicht-kommerziellen Blogs schreiben, werden nicht schlechter gestellt als die Journalisten der klassischen Medien. Das finde ich richtig und hat mich beeindruckt. Die Buchmesse beweist so, dass sie auch im Bezug auf Journalismus ganz weit vorne liegt.

Weiter ging es zu einem Treffen mit Sven Vössing von Spieletips.de, einer der größten Webseiten rund um das Thema Computerspiele. Besonders beeindruckend ist ihre Facebook Seite, die über eine Million Fans hat und damit die größte PC-Spiele-Fanseite der Welt ist. Social Media ist auch für Verlage ein immer wichtigeres Thema. Und im Gespräch merkt man, dass Verlage sich von Spiele-Publishern weniger unterscheiden als man meint. Viele der Aktionen kann man nicht einfach auf das Verlagswesen übertragen, aber man kann sich doch sehr gut über das Thema austauschen.

Ebenfalls sehr spannend, wenn auch nur zufällig, war das Treffen mit Petro Tyschtschenko. Er war 25 Jahre lang Präsident von Amiga-Commodore und kennt die Computerszene in- und auswendig. Für diese Messe zu viele interessante Geschichten, aber ein spannender Gesprächspartner.

Um wieder zum Buchhandel zu kommen – am Nachmittag traf ich mich mit Alexander Vieß. Er ist Social-Media-Redakteur beim Börsenverein und wir tauschten uns umfangreich über die Chancen aus, die man durch neue Medien hat. Viele kleine Verlage scheuen Sozial Netzwerke immer noch, weil ihnen schlicht der Bezug dazu fehlt oder sie zu große Sorge haben, beim Auftritt dort Fehler zu machen. Wir redeten darüber, wie man positive Beispiele aufzeigen und den Leuten die Angst vor dem Neuen nehmen kann. Ein sehr gutes, aber viel zu kurzes Gespräch.

Auf dem Streifzug durch die unendlichen Weiten der Buchwelt traf ich Julia Schramm beim Knaus-Stand. Den Verleger Wolfgang Ferchl, den ich kürzlich interviewte, verpasste ich leider. Ihr Buch war gut präsentiert und offensichtlich begehrt. Sehr schön, wenn ein Erstlingswerk so gut ankommt.

Um 18 Uhr sollte der Virenschleuderpreis zum zweiten Mal verliehen werden. Leander Wattig und Carsten Raimann haben ihn ins Leben gerufen und prämieren damit gute Werbekampagnen im Social Web. Es waren 33 Kampagnen eingereicht worden. Ich hatte mir ein paar Informationen zum Preis und zu den Nominierten erhofft, aber Leander machte es weniger spannend. Relativ schnell wurde der Gewinner verkündet; ich hatte mehr einen Spannungsbogen wie bei den Acedemy Awards erhofft. Dafür war die Musik vom DJ gut und es waren viele interessante Gäste vor Ort.

Für einen halben Tag war das eine gute Ausbeute an Gesprächen. Morgen sitze ich von 12-14 Uhr zum Thema „Warum agieren Unternehmen zunehmend als Publisher?“ auf dem Podium (Halle 4.2, Sparks Stage, B 408).

 

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  1. […] Enno Lenze, der Verleger des Berlin Story Verlags, berichtet  von der Buchmesse in Fankfurt. […]

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