Zentrales Mahnmal für die Opfer in der SBZ und DDR

A Kaminsky
Stiftung Aufarbeitung Diskussion

Dr. Anna Kaminsky (rechts) eröffnet die Veranstaltung, in der es um die Idee eines zentralen Mahnmals in Berlin geht, das an die Opfer politischer Verfolgung in der SBZ und DDR erinnern soll.

Veranstaltungsankündigung der Stiftung Aufarbeitung …

Sie gibt einen Überblick über die Denkmale und Erinnerungsststätten für die Opfer des Stalinismus in anderen Ländern, über Straßenumbenennungen und die vielen neuen Museen. Inzwischen gibt es in Europa 5.000 Denkmäler, die an diese Zeit erinnern oder auch wie in Jekaterinenburg an die Kriege in Afghanistan und in Tschetschenien – geführt von Veteranen.

Rainer Wagner (rechts), der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, saß in der DDR zweimal im Knast. Das erste Mal versuchte er im Alter von 15 Jahren zu fliehen. Er plädiert für ein Denkmal oder Mahnmal, das alle einbezieht, zum Beispiel auch an die erinnert, die nicht studieren durften und deren Rente heute um 20 Prozent niedriger ist als der Durchschnitt, an nach Rußland zwangsdeportierte Frauen, eine Art Reparationsleistung oder an Heimkinder. Das Denkmal solln Politikern, Staatsgästen und Touristen auffallen, es müsse nicht an einem authentischen Ort stehen, den es für viele Opfer einfach nicht gäbe.

Prof. Dr. Bernd Faulenbach (links), stellv. Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung, ist für ein solches Denkmal und erinnert daran, dass man in Deutschland, anders als in den Ostblockstaaten, das Verhältnis zu den Mahnmalen des Nationalsozialismus berücksichten müsse. Der eigenständige Unrechtstatbestand müsse berücksichtigt werden.

Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Parlamentarische Staatssekretärin a. D. (Piraten-Farbe), plädiert für eine umfangreiche pädagogische Begleitarbeit. Als Sie MdB war, konnten die gut vorbereiteten Gruppen sinnvolle Fragen stellen, die anderen langweilten sich.

Christoph Dieckmann (mit Zopf), Journalist (DIE ZEIT), erinnert an das Sowjetische Ehrenmal in der Schönholzer Heide mit 13.200 (der 80.000)  im Kampf um Berlin gefallenen Sowjetsoldaten. Dieser Ort handele für ihn für die gesamte Menschheit.

Markus Meckel, der 1989 mit Martin Gutzeit und anderen die Sozialdemokratische Partei der DDR gründete, ist Ratsvorsitzender der von ihm initiierten Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und erinnerte als Diskussionsteilnehmer daran, dass nur Teile der Opfer der Diktatur auch zur Opposition und zum Widerstand gehörten. Man solle das nicht vermischen.

Sven Felix Kellerhoff als Moderator erinnerte daran, dass dies die Kick off Veranstaltung sei, auf der dieses Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werde. Der öffentliche Diskurs hin zum Holocust Mahnmal habe an die zwanzig Jahre betragen.

Die Veranstaltung ist demnächst als Podcast auf der Seite der Stiftung Aufarbeitung abzurufen.