Wir kommen aus Schweden und sind vom Bau

Starke Schwedische Männer, die sich mit Betonbau auskennen. Noch keiner von Ihnen war im Bunker. Vieles können wir berichten, aber leider nicht, wie viele Kubikmeter Beton verbaut wurden. Wie die unterschiedlichen Betonmischungen mit den unterschiedlichen Stahlmatten verbunden werden, ergab sich nach vielen Test. 1942 erteilte das federführende Luftschutzbauamt Emden Weisungen.

Wann sind Bunker eigentlich bombensicher?

Es galten als Grundsätze für die Konstruktion, dass rund 60 % des eingebrachten Stahls an der Unter- oder Gebäudeinnenseite verbaut werden musste und dass die Stahlmatten eine große Maschenweite aufweisen sollten. Ausgenommen war die untere (innere), die engmaschiger ausgeführt wurde. Das Stahlgewicht betrug rund 30 kg/m³ und bot trotzdem einen gleichwertigen Schutz wie ähnliche Bauten mit Stahlanteilen von 55 bis 80 kg/m³. Die Schutzwirkung der Braunschweiger Schutzbewehrung gegenüber anderen Bunkertypen wurde in Tests nachgewiesen. Selbst nach vier erfolgten Sprengversuchen hielt sie noch stand, während beispielsweise die kubische Bewehrung schon durchschlagen worden war.

Die Bewehrung weist bei Wänden auf der Innenraumseite dichte Stahleinlagen auf, die nach außen hin immer größere Abstände bilden. Bei den Decken ist diese Bewehrung horizontal angeordnet. Um die gewünschte Festigkeit und die Vorteile der Braunschweiger Schutzbewehrung optimal auszunutzen, dürfen keine Verfahren angewendet werden, die reinen Flüssig-, Guss- oder Pumpbeton verwenden.

Betondecken: Die Bewehrung wird mit einer weichen Betonmischung (Korngröße 0 bis 30 mm) aus 400 kg Zement je Kubikmeter etwa 20 cm dick eingebracht und anschließend verdichtet. Darauf folgt sofort die Einbringung einer festeren Betonschicht (Korngröße bis 100 mm). Die für die Verdichtung zuständigen Arbeitskräfte stehen dabei auf den Einlagen der Bewehrung und steigen wie auf Leitern mit dem Anstieg der Betonhöhe weiter nach oben.

Betonwände: Bei den Wänden werden zum Betonieren zumeist Schüttrohre verwendet, die der Bewehrung angepasst sind und einen Durchmesser von 20 cm (innen) bis 40 cm (ab Wandmitte) aufweisen. Auch hier wird die innere Schicht aus der weicheren, feineren und die äußere aus der festeren, gröberen Betonmasse hergestellt. Diese sollte möglichst etwas höher stehen, als die flüssigere Innenschicht, damit sich diese zur feineren Bewehrung hin ausbreitet.

Alles klar? Bei weiteren Fragen bitte eine Bunkerführung buchen.