Wilhelm von Boddien als Gast von Paul Spies bei „Berlin-Machern“


Wilhelm von Boddien wird im Märkischen Museum von Paul Spies als einer der Berlin-Macher vorgestellt.
Von Boddien berichtet, wie er im Alter von 19 Jahren für seine Schülerzeitung aus Hamburg nach Berlin kam – direkt nach dem Bau der Mauer. Eine Szene setzte sich bei ihm fest, wie ein Pärchen in Hochzeitskleidung auf einer Seite der damals noch niedrigen und oben mit Stacheldraht bespannten Mauer stand, auf der anderen Seite beide Elternpaare, alle Tränen in den Augen und daneben ein blutjunger Grenzsoldat mit Kalaschnikow, der aufpassen musste, dass sie sich nicht die Hand geben und der wiederum vom Wachturm aus unter Beobachtung stand.

Später fuhr er in den Osten und fragte in der nähe des riesigen, leeren Aufmarschplatzes, was das ist oder war. So erfuhr er vom Schloss. So ging es los. Jetzt ist das Schloss bald fertig und wird übergeben. Das Schloss gibt es nur, weil Wilhelm von Boddien sich unermüdlich dafür eingesetzt hat. Paul Spies gehört zu den ersten Nutzern, er baut mit einem Team die Berlin-Präsentation – Berlin und die Welt. Im Märkischen Museum wird es ab etwa 2023 um Berlin mit Innensicht gehen.

 

Was dann über die Situation im Humboldt Forum zu erfahren ist, macht nicht optimistisch. Die Kuratoren wissen jetzt schon. um welche Themen es gehen wird. Das Humboldt Forum soll Katalysator für Weltbürgerschaft sein.
Von Boddin runzelt die Stirn: Keep it simple. Für ihn ist nicht verständlich warum das erste Diskussionsthema für die Entwicklung des Humboldt Forums der § 175 ist, der Homosexuellen-Paragraph. Er frage sich, ob das eine zentrale Frage von Berlin im Verhältnis zu Welt sei.

Es scheint, bekommt man den Eindruck, dass immer noch kein tragende Konzept für das Humboldt Forum vorhanden ist. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einrichtungen und die mit Neil MacGregor hat sich wohl immer noch nicht intensiviert. Paul Spies will Menschen die Möglichkeit geben, sich in der Berlin-Präsentation darzustellen. Dafür sollen einige Räume leer bleiben. Man will mit Formaten zum Beispiel nach Neukölln gehen und Menschen von dort ins Humboldt Forum bringen.

Von Boddien legt nahe, den Eintritt ins Humboldt Forum kostenfrei zu gestalten. Spies argumentiert, dann wolle die Museumsinsel, die anderen Berliner Museen und alle in Deutschland das auch so haben. Der Gast kommt darauf hin nicht mehr oft zu Wort. Die Diskussion um freien Eintritt nimmt großen Raum ein. Von Boddien mahnt, das sei ja nur eine Randfrage. Gut wäre, würde geklärt, welche Grundidee das riesige Gebäude trage. Viele von Wilhelm von Boddiens Anhängern sind eigentlich ins gut besetzte Märkische Museum gekommen, um ihn zu hören.