WESTEND — neue grafische Erzählung kommt im Herbst

Autor: Wieland Giebel | Datum: 13. März 2016 | Kategorie: Berlin Story

COVER WESTEND_720Unterdrückung von Beweismitteln, zwei Staatsanwälte manipulieren, dann wird der längste Prozess in der Bundesrepublik Deutschland einfach eingestellt.

Terrorszene in Berlin in den 1980er Jahren und wie es tatsächlich ablief. Unglaublich.

Darum geht es im neuen Comic, der grafischen Erzählung WESTEND von Jörg Ulbert und Jörg Mailliet, die im Herbst im Berlin Story Verlag erscheint. Es ist der Nachfolgeband von GLEISDREIECK: Otto wird eineinhalb Jahre später (1983) wieder aktiv und wird auf die West-Berliner Baghwan-Szene angesetzt (Sanyassins, Osho, Far Out). Es geht aber um den Verfassungsschutzspitzel Ulrich Schmücker und die Widersprüche zwischen LKA und BKA. Schmücker wurde 1973 von seinen Genossen erschossen. Ottos Führungsoffizier will Druck auf die Richter ausüben.

Wikipedia meint dazu: Der Schmücker-Prozess bestand aus insgesamt vier Strafverfahren, in denen der Mord an Ulrich Schmücker aufgeklärt werden sollte, einem Terroristen und V-Mann des West-Berliner Verfassungsschutzes.

Er war der längste Strafprozess in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, begann 1976 und endete nach 591 Verhandlungstagen und vier Verfahren 1991 mit der Einstellung des Strafverfahrens.

Der Prozess gilt als Justizskandal, da das Verfahren – wie offiziell festgestellt – vom Verfassungsschutz und mindestens zwei Staatsanwälten vielfach manipuliert und massiv behindert wurde, etwa durch Unterdrückung von Beweismitteln, wodurch die gerichtliche Aufklärung unmöglich wurde.

Wir kennen schon einen Teil der neuen Graphic Novel. Extrem spannend erzählt, toll gezeichnet – und die Geschichte dreht einem den Magen um.