Wer war Nazi – und wie?

Autor: Wieland Giebel | Datum: 14. September 2012 | Kategorie: Berlin Story

Die Fotomontagen des Buchs „Das erwachende Berlin“, bei uns unter dem Titel „Goebbels‘ Propaganda“, stammen von Hella Koch. Was tun, wenn Google und Wikipedia nicht weiterhelfen?

 

Im National Archives gibt es eine Datei, in der die Künstler beschrieben werden, die zur Zeit des „Dritten Reichs“ lebten. Darunter sind viele, bei denen steht, dass ihre Werke nicht ausgestellt wurden oder dass sie sich weigerten, ihre Werke austellen zu lassen.

Die Bestandsaufnahme geht zurück auf Verhöre, offizielle Daten, Berichte von Informanten. Es ging darum, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Hella Koch gehörte zu der Kategorie von Künstlern, auf die es die Amerikaner abgesehen hatten, über die sie mehr wissen wollten. Hella war eine Freundin von Magda Goebbels, fast gleich alt. Hellas Spezialität waren eigentlich Blumenbilder. Diese durfte sie auch in der Nazi-Kunst-Schau „Große Deutsche Kunstausstellung“ in jedem Jahr in München ausstellen.

Sie war in den Dreißigern, als sie über Vermittlung von Magda für Goebbels arbeitete und den Fotoreportageband zusammenklebte.

Das Dossier oben (anklicken macht größer) sagt auch aus, dass ihr Mann Reinhold aus Zeuthen, daher Koch-Bindestrich-Zeuthen, ein schlechter Maler war, der aber ausreichend gut SA-Männer malen konnte und der aufgrund der Protektion von Magda Goebbels eine Professur erhielt.

 

Die Beispielseite rechts zeigt, dass Hella Koch mit Schere und Klebstoff umgehen konnte, aber an John Heartfield, der für die Kommunisten arbeitete, nicht herankam.

Mehr zur „Großen Deutschen Kunstausstellung“ und zur Nazi-Kunst in der WELT …