„Wer war Hitler“ — mehr als 700 Seiten — Hermann Pölking — eine Besprechung

poelking-hitler-cover-320Ich lese zuerst die Seiten über das Ende von Hitler, weil ich mich dabei am besten auskenne, weil mir die Quellen geläufig sind, aus denen Pölking zitiert. Die Spannung in „Wer war Hitler“ entsteht durch die Zusammenstellung.

 

Durch seinen Montagestil mit authentischem Material entsteht Dichte und Dramatik – die Wahrnehmung wird intensiver geschärft als durch den Erzählstil einer Biographie. Es ist eine literarische Kunst, ein historisches und politisches Werk so zu kompilieren.

 

Politisch, weil offensichtlich auch immer wieder Zitate so zusammengestellt sind, dass man unweigerlich an heute denkt. Wie damals nach der Machtergreifung sämtliche Gegner ausgeschaltet und die Verwaltung auf Linie gebracht wurde – und was heute in der Türkei passiert. Kann man aus der Geschichte lernen, fragt Pölking? Es wiederhole sich natürlich nichts eins zu eins, aber Analogien seien unübersehbar.

 

Mit einer Überraschungen beginnt das Buch. Um die Bedeutung Hitlers in der ganzen Welt zu kennzeichnen, berichtet Pölking ausführlich über die Maori in Neuseeland, die als Freiwillige in den Krieg gegen Nazi-Deutschland gezogen sind und an entscheidenden Schlachten teilgenommen haben wie um Monte Cassino in Italien.

 

Das Buch ist auch für Anfänger in Fragen des Nationalsozialismus gut geeignet, weil Pölking als Einleitung zu den 17 Kapiteln jeweils einen Text zwischen sechs und zehn Seiten voranstellt, der in seiner intellektuellen Durchdringung der Geschehnisse auf den Punkt bringt.

Interessant auch, dass es zum Buch einen Kinofilm von dreieinhalb Stunden und eine Fernsehdokumentation in 13 Teilen geben wird.

 

Hermann Pölking: Wer war Hitler, Ansichten und Berichte von Zeitgenossen, 36 Euro, be.bra Verlag Berlin

 

 

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