Was bringt die Zukunft des Buchhandels?

Die Buchbranche ist seit Jahren im Umbruch, aber wo geht die Reise hin? Was passiert mit dem Buchhandel? Was mit den Barsortimenten? Und wie entwickelt sich das Selfpublishing? Ich wage mal einen Ausblick:

Selfpublishing
Seit einiger Zeit macht das Selfpublishing die Runde. Ein Autor schreibt einen Text, packt ihn in ein PDF und packt es nach Amazon. So einfach kann es sein. Mit Diensten wie Amazon print-to-order kann man das ganze auch heute schon gedruckt nach Hause bekommen. Und ich finde diese Entwicklung gut: Je mehr Menschen schreiben, desto mehr lesen ihre Werke und desto mehr rückt das Buch (gedruckt oder digital) wieder ins Leben aller. Dann werden die Leser wieder anspruchsvoller sein und hübschere, gut lektorierte oder interessanter bebilderte Bücher haben wollen. All dies kostet Geld, welches nicht jedem Autor zur Verfügung steht. Oder er hat keine Ahnung von Marketing, kann aber gut schreiben. Da kommt dann der Verlag ins Spiel: Er kann z.B. die Vermarktung übernehmen.

Buchdruck und Versand
Vor Jahrhunderten war der Buchdruck eine sehr anstrengende Sache, bis zum heutigen Digitaldruck hat sich viel entwickelt. Das Buch ist im Laufe der Jahrhunderte vom Einzelstück zum Massenmedium geworden, das in Zehntausenderauflagen gedruckt wird. Inzwischen wird es erschwinglicher, Titel in kleinen Auflagen, also in Hunderterauflagen, drucken zu lassen. Diese Entwicklung wird weitergehen, bis print-to-order so gute Bücher liefert wie heute ein guter Farbdruck. Dann wird sich das Geschäft der Druckereien ändern. Statt eine Palette an den Verlag zu schicken, werden sie einzelne Bücher drucken und direkt an den Kunden versenden. Man wird die Rechte an Bildern anders lizenzieren als heute. Statt in Auflagen wird man pro Stück abrechnen, und anstatt eine mühsame Inventur machen zu müssen, bekommt man die Lieferlisten aus der Druckerei.

Doch wo bleibt da der Buchhandel?
Wie kann nun der Buchhandel mit solchen Veränderungen umgehen? Hier ein kleines Gedankenexperiment: Druck- und Bindemaschinen werden stetig kleiner und besser. Wie wäre es, wenn man statt bei Amazon zu bestellen, einfach in die Buchhandlung geht? Dort wird einem das gewünschte Buch gedruckt und gebunden und man holt es nach ein paar Minuten ab. Auf Wunsch als Paperback oder Hardcover oder mit einer Widmung auf dem Cover. Dazu nimmt man den QR-Code mit, um das eBook dazu runterzuladen.
Trotz aller Veränderungen, die es im Buchhandel sicher geben wird, denke ich nicht, dass das gedruckte Buch aussterben wird. Schallplatten und CDs gibt es neben MP3-Dateien immer noch. Und das, obwohl man die Platte oder CD beim Hören nicht anfasst und meist nicht mal sieht. Unerlässlich für den Buchhandel ist es jedoch, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

EBooks
Bei eBooks wird viel passieren. Neben Enhanced eBooks, die Videos oder Audiodateien enthalten, wird die Grenze zwischen eBooks und Apps teilweise verschmelzen, z.B. bei Reiseführern. Die reinen eBook-Reader werden Tablets mit immer besserer Laufzeit weichen. Diese haben auch den Vorteil, dass man mehrere eBook-Marktplätze als Apps parallel installieren kann.

Klingt doch gar nicht so utopisch, oder was meint ihr?

 

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