Was Besucher uns sagen — Gäste-Kommentare

(Dieses Berlin Story Tagebuch, also das Blog, hatte Pause, weil ich am Buch über die Abel-Sammlung arbeite, fast 600 Berichte von Menschen, die im Jahr 1934 begeistert aufgeschrieben haben, warum sie Nazis wurden. Es dauert noch etwas, bis das 672-Seiten-Buch kommt, mehrere Wochen.)

Bevor der Bunker abends abgeschlossen wird, schicken die Mitarbeiterinnen einen kurzen Tagesbericht. Hier sind Auszüge aus den vergangenen Tagen:

Eigentlich war die spanische Dame mit Partner, Ende 50, zu Besuch bei Freunden. Sie waren 5 Stunden in der Dokumentation „Hitler – wie konnte es geschehen“, sind am nächsten Tag noch mal in den Shop gekommen um ein spanisches Buch zur Doku zu kaufen (oder weiteres zu WW II). Habe dann mit ihr gesprochen und sie hat ein riesiges Lob ausgesprochen, wie fantastisch die Doku ist. Endlich versteht sie die Zusammenhänge und Abläufe. Für sie war es wirklich „augenöffnend“ und sehr bereichernd.

Kommentar von einem Briten: Es war sehr, sehr gut. Gut durch geplant und gut dargestellt. In anderen Museen wird meist nur das Ende dargestellt, hier aber, wie es dazu gekommen ist und das sei sehr wichtig. Spannend fand er auch, dass man mehr über Hitlers Familie erfahren hat.

Ebenfalls ein Brite meinte, dass die Ausstellung exzellent gewesen war. Er hat gesagt, dass er die Leute im Hotel (Radisson) aufgeklärt hat, dass es uns hier gibt, da sie eine Flyer von uns hatten. Er hat sich gefreut, dass die wissen, dass es uns gibt .

Sehr viele Eltern mit Kindern heute. Ich habe mich mit diesen Müttern/Vätern noch unterhalten, alle fanden es mit AudioGuide sehr gut. Eine Mutter mit 11-jährigem, der noch nicht so richtig Bescheid wusste zu Hitler, WW II, war sehr begeistert. Der Junge wollte sogar bei einigen Teilen noch sitzen bleiben, lesen und hören, als die  Mutter ihn antreiben wollte, weiter zu gehen (Besuch Reichstag!). Auch fand sie gut, bzw. es nicht notwendig viel andere crazy digitale Medien oder Mittel hier zu benutzten, der Bunker spräche so sehr für sich, da braucht es das gar nicht. 

Heute 2 mal Leute die schon mal bei uns waren und jetzt ihren Besuch mitgebracht haben weil sie es so toll fanden.

Kinder sind wohl am nachhaltigsten beeindruckt von Zeitzeugen-Berichten. 

Eine australische Familie, die anscheinend gerne Touren durch Europa macht (dieses Mal Irland, Wien, Prag, Leipzig, Berlin) und die sich selbst als Geschichts-Nerds  bezeichnet, hat auf der Zugfahrt von Prag nach Leipzig den Tipp bekommen, dass sie unbedingt in die Doku gehen müssen. Der Vater und einer der beiden Söhne waren sehr begeistert. Sie wollen uns ausdrücklich weiter empfehlen.

Ein Paar aus Litauen, besuchte Freundin, die in Berlin wohnt und meinte, dass sie sich sehr für den Zweiten Weltkrieg interessieren und gerne den Hitler-Bunker sehen würden. Nach ein bisschen googlen, hat die Freundin uns gefunden und die beiden her geführt.

Indischer Mann mit Audioguide war relativ kurz in der Doku, meinte,dass es sehr interessant ist, er aber will später zurückkommen muss und sich einen ganzen Tag dafür Zeit nehmen muss.

Wieder viele Spanier und Italiener und – was auffällig war – Familien mit Kindern, die bewusst die Doku ansehen wollten.

Deutsche und Engländer, paar Spanier und Italiener, paar Russen. Sowohl junge, als auch ältere, aber überraschend heute keine Familien mit Kindern.

Ein Amerikanisches Paar ist für Fashion Week nach Berlin gekommen und Freunde haben denen „Hitler – wie konnte es geschehen“ empfohlen. Die Frau  fand den Spruch „Hitler promised to make Germany great again“ treffend und meinte sie hat es in letzter Zeit oft gehört.

Eine russische Familie war vier Stunden in der Doku.

Ein sehr interessanter Herr aus England war so begeistert, dass er mit mir noch ein Selfie machen wollte und mich zum Schluss umarmt hat. Er hat den Damen, die gerade gekommen sind, auch nochmal ans Herz gelegt, sich die Doku anzusehen, weil es „das beste Museum ist, dass er je gesehen hat.“

Ein anderes britisches Pärchen, fand es super, dass es über

Ein super süßes deutsches Paar aus Schleswig-Holstein war hier. Die besuchen Berlin jedes Jahr zu dieser Zeit mit 5 weiteren Pärchen. Die anderen kommen immer für die Grüne Woche, während sie Museen besuchen. Aufmerksam auf uns wurden sie durch Freundes Empfehlung. Den Mann hat es geschüttelt, als er nach drei Stunden rauskam. Er meinte alles war so grausam, die Doku ist sehr gut gemacht und er hat auch Neues gelernt (obwohl er schon viele viele Ausstellungen zu diesem Thema besucht hat). Er wird uns weiter empfehlen.

Heute hatten wir wieder Ärger mit welchen, die Fotos in der Doku gemacht haben. Enno hat sie entdeckt und raus gebeten, da sie sich nicht kooperativ gezeigt und Enno beschimpft haben, hat er die Polizei gerufen. Ich weiß nicht was danach passiert ist. Ein vielleicht bayrischer Herr hat das ganze Spektakel mitbekommen und war erstaunt, dass wir so streng durchgreifen. Ich habe erklärt, dass wir die Verbreitung von unangebrachten Bildern verhindern.

Außerdem war ein Mann mit seiner Tochter (um die 12 Jahre) da, die gekommen sind, weil die Tochter die NS-Zeit gerade in der Schule durchnimmt. Sie haben lange in der Doku verbracht und danach trotzdem noch einmal gefragt, wie sicher es ist, dass Hitler tot ist, weil die Lehrerin im Unterricht wohl angesprochen hat, dass das umstritten wäre. Ich habe sie aufgeklärt und gesagt, dass es da nichts anzuzweifeln gibt.

Am Ende kam noch ein recht junger Herr aus der Doku raus und hat gefragt, wie man an den Zeitungsartikel der New York Times kommt (am besten in einer Qualität, die man bei einer Power Point zeigen könnte, meinte er). Ich meinte zu ihm, dass er das natürlich am ehesten im Archiv der NYT findet.

Den Tag über waren 170 Studierende eines Austauschprogramms im Museum.

Viele Besucher waren heute sehr lange in der Doku und haben sich sehr intensiv mit der Doku beschäftigt. Eine Schweizerin blieb insgesamt 3,5 Std. Sie hat Dokumentation und Museum beides sehr gelobt, den Audioguide fand sie klar verständlich, gut gesprochen. Ich habe mich noch länger mit ihr unterhalten, sie ist oft in Berlin und dank der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte versteht sie die Deutschen (in der Schweiz) besser; politisch, aber auch im Alltag oder Beruf (die Deutschen debattieren so viel!). Sie wird uns sehr gerne weiter empfehlen und meinte sogar, dass es so gut war, dass es für Berlin Besucher, die die Stadt noch nicht so kennen, das berlin Story Museum erste Anlaufstelle sein sollte. 

Die Schulgruppe um 10.30 heute hat sich vorbildlich verhalten, waren sehr interessiert, hatten schon Vorwissen (Schulwissen), Sie haben sich klassenübergreifend (10-13.) an diesem Projekttag für uns unter 18 vorgeschlagenen Möglichkeiten entschieden. Die Schüler meinten, sie haben viel mehr mitbekommen als jemals im Unterricht und die Lehrerin erzählte mir, sie habe auch gelauscht und sehr reflektierte Kommentare und Gespäche (von Social Media bis Holocaust) mitbekommen. Die Schule hat jedes Jahr diesen Projekttag zu verschiedenen Themen, immer um den Holocaust-Gedenktag, da sie auch beim Projekt „Schule gegen Rassismus…“ mitmachen. Auch die Lehrerin war sehr bewegt und berührt von der Doku, ihr Oma hat wohl viel erzählt vom Krieg und da kam das etwas bei ihr hoch. 

Zu der Polizei- und Militäreinheit heute hier kein Kommentar. Sie waren zu einer Spezialführung von drei Stunden da. Feedback am nächsten Tag hervorragend, besonders im Vergleich zu anderen Führungen und Programmpunkten.

Heute fast keine Familien und fast keine größeren Gruppen (v.a. 2 Personen). Ruhiger Nachmittag. Wir haben auch keine weiterführende Fragen an der Kasse bekommen. Unterschiedliche Nationalitäten, viele Franzosen und Engländer, einige Spanier, Dänen, Holländer, Russen. Vor allem junge Leute.

 

Eine türkische Familie, der Sohn ist Musikstudent, spielt Klavier und hat großes Interesse am Zweiten Weltkrieg und wie Hitler an die Macht kam. Sein Englisch war nicht super gut, aber er meinte, die Doku sei sehr „complete“ und der Text war leicht zu verstehen. Sie waren mehr als zwei Stunden hier und kauften zum Schluss viele Souvenirs als Geschenke für die Familie.