Was berichten eigentlich die Mitarbeiterinnen des Berlin Story Museums

Jeden Tag erfolgt permanent eine Analyse der Besucher. Im Service und an der Kasse stehen nicht gemietete Menschen, sondern qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen. Der Tagesbericht heute:

 

Schon um 10 Uhr ging es los, Leute haben vor dem Eingang gewartet. Mehrere kamen ins Museum und manche haben die Bunkertour um 12 Uhr mitgemacht.
Es kamen auch zwei Menschen die gehörlos sind, waren sehr freundlich, ich haben den Text mitgegeben. Sie haben sich recht lange (ca 2h) im Museum aufgehalten und waren hinterher sehr begeistert, was sie durch zwei Daumen nach oben signalisierten.
Ein Pärchen kam morgens durch einen älteren Zeitungsartikel, sie meinen sie hätten es im Tagesspiegel gelesen, konnten sich aber nicht genau erinnern.
Drei junge Leute hatten Besuch aus den Iran, sind gerade im Museum. AudioGuide deutsch und englisch.
Besucher die zuerst in die Tour gingen und dann ins Museum kamen: Ein Vater und seine Tochter aus Bayern fanden die Tour super interessant und haben auch den Guide (Simon) gelobt :). Allerdings hatten zwei andere deutsche Besucher Anmerkungen:
1.Es fehlt der Werdegang von Hitler an den Tafeln (dass er mal Kunststudent gewesen sei, dass er obdachlos gewesen ist). Dazu habe ich erklärt, dass die Ausstellung ausgearbeitet wird und das noch später im Jahr kommt. Die Zeit in Wien gehört nicht in den Führerbunker.

2. Seltsamer Kommentar: „Hitler hat auch was Gutes gemacht wie die Autobahn, er hat Arbeitsplätze geschafft. Wieso erzählt ihr nur das Schlechte? Er war ja schließlich Führer der Deutschen und hat sein Job gemacht.“ Dann habe ich freundlich erklärt, dass wir keine „Propaganda“ für Hitler machen werden, sondern die Geschichte erzählen so wie sie war. Dann kam nur noch: „Sonst versteht man nicht, wieso er gewählt wurde.“ Sie gingen noch ins Museum, haben sich angemessen verhalten.
Zwei Italiener, die sowohl das Museum als auch den Dokumentation Führerbunker gesehen haben, waren sehr begeistert, sie kannte sich schon gut in Geschichte Berlins aus, es hat Ihnen besonders die Luftbilder gefallen.
Junge Franzosen fanden das Museum sehr interessant und kommen nächste Woche für die Dokumentation Führerbunker.
Vierergruppe älterer englischer Leute fand das Museum hervorragend und viel besser als Checkpoint Charlie, welches sie als langweilig empfanden. Auf die Frage, wie sie von uns erfahren haben, antworteten sie, dass sie es zufällig von der anderen Straßenseite aus gesehen haben und nach dem Verabschieden meinten sie dann noch zueinander, dass sie uns auf Tripadvisor bewerten werden.

Heute wieder viele Dänen und Holländer. Die Holländer (die auch mit auf der Tour um 12 Uhr waren) sagten mir, sie haben von dem Bunker durch die Presse gehört und wollten sich das jetzt ansehen.
Englische Tour war ausverkauft, deutsch fast.

 

Kleinere Gruppe von Studies waren alle recht brav und haben sich im Durchschnitt ca. 45 min Zeit genommen für das Museum.

Eine Portugiesin kam nach 16 Uhr und war enttäuscht, da sie unbedingt die Tour machen wollte, hat aber dann sich für das Museum entschieden, viele positiven Kommentare darüber abgegeben und Souvenirs und Buch gekauft.
Es kam eine Familie aus Indien gegen 16:30 Uhr und wollten heute noch eine Bunkertour machen (zu spät), nach Erklärung haben sich gegen das Museum entschieden und wollten unbedingt Souvenirs von Hitler kaufen. Heute war der Hitler-Wahn-Tag öfters kam die Frage wieso man die Symbole nicht fotografieren darf.
Um kurz vor 17 Uhr kam noch eine Spanierin und wollte die Dokumentation Führerbunker sehen, weil sie einen Bericht auf dem History Channel und in der Zeitung gesehen hatte.

Wieder bis zum letzten Moment Besucher da.