„War Horse“ im Deutschen Historischen Museum

Ich war sehr skeptisch. Beim Udo Lindenberg Musical war ich mindestens ebenso skeptisch. Wahrscheinlich falle ich aus dem Zielgruppenraster der plakativen Werbung von Stage Entertainment.

War Horse als Stück hört sich sehr gut an – so wie Hinterm Horizont eine hervorragende Geschichte und ein tolles Musical ist.

War Horse geht so: Der Autor des Stücks, Michael Morpurgo (viertes Foto, links in roter Jacke) , der sich schon immer für den Ersten Weltkrieg interessiert, trifft in seinem Pub im Dorf in England einen WK I Veteranen und traut sich nach einem Jahr, ihn auf dessen Erinnerung anzusprechen. Nach erstem Zögern quillt es aus ihm heraus. Neben alle Ereignissen konzentriert sich die Erzählung auf einen Punkt: Er ist 17 Jahre alt, möchte nach Hause, kann mit keinem über seine Angst sprechen und geht abends zu seiem Pferd, faßt es an und erzählt dem Pferd alles. Das Pferd merkt, dass es gebraucht wird, hört zu, nimmt Last von dem jungen Mann.

Michael Morpurgo macht daraus ein Jugendbuch, das sich schlecht verkauft, vielleicht tausend Exemplare im Jahr. Während der Recherche stellt sich heraus, dass im Ersten Weltkrieg nahezu eine Million Pferde aus England getötet wurden.

Dann ruft die Mutter von Nick Starr ihren Sohn an, er solle das Buch lesen. Starr ist der Direktor des bedeutenden National Theatre of Great Britain. Er macht – zusammen mit den Groß-Puppen-Darstellern aus Kapstadt, die die Pferde dazu entwickeln – ein Stück daraus, das überaus erfolgeich wird.

Dieses Stück, War Horse, wird ab Oktober 2012 im Theater des Westens laufen, produziert von Stage Entertainment. Es soll, so der Autor, auch der weiteren Versöhnung Europas dienen, einhundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Das Stück sei nicht aus nationalem, britischem Blickwinkel geschrieben, sondern als universelle Darstellung des Leidens im Krieg.

Mit den Fotos ist nicht sehr gut zu vermitteln, dass die Darstellung der Pferde überzeugend wirkt, nicht kitschig, nicht komisch. Unter dem Pferd sind zwei Schauspieler und es wir von einem geführt. Das Pferd bewegt sich realistisch, und man scheint bald zu vergessen, das es sich um eine Art große Puppe handelt.

Am Broadway war WAR HORSE die erfolgreichste Produktion des Jahres 2011.

Oben Mervyn Millar, Puppetry Director.
Mitte Michael Morpurgo und Johannes Mock-O’Hara, Chef Stage Entertainment Deutschland
Unten Burkhard Kieker, Visit Berlin. Prof. Dr. Alexander Koch, Che des  DHM und Johannes Moch-O’Hara, Stage.

Mit dem DHM gibt es eine Kooperation zum Stück, es soll eine Verbindung von Bühne zum Mueseum hergestellt werden. Daher auch die Präsentation mit ungeheurem Aufwand im DHM, als preußisches Waffenhaus passend zum Thema.