Volksaufstand – 17. Juni 1953

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Das Buch ist fertig und geht in Druck. Es ist das dritte von Dr. Jens Schöne zur Geschichte der DDR. Die beiden anderen sind „Ende einer Utopie – der Mauerbau in Berlin 1961“ sowie „Die friedliche Revolution – Berlin 1989-1999 – Der Weg zur deutschen Einheit“ (deutsche und englische Ausgabe).

Damit ist die Trilogie abgeschlossen, wesentliche Ereignisse der Geschichte der DDR sind im Zusammenhang und jeweils mit Vorschau und Auswirkungen berschrieben.

Jens Schöne beschäftigt sich ausführlich mit den Ereignissen auf dem Land. Dort begann der Aufstand früher und dauerte länger.

Der Bürgermeister musste in eine Mistgrube springen, SED-Funktionäre wurden gezwungen, sozialistische Parolen von den Wänden zu waschen, Spruchbänder wurden im Dorfteich versenkt. Auf dem Land ging es am 17. Juni 1953 archaischer zu als in den großen Städten. Inhaftierte wurden aus Gefängnissen befreit

Eckolstädt wurde von russischen Panzer umstellt. In Mühlhausen marschierten sowjetische Truppen ein. Hunderte von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) lösten sich auf.

In Rostock, Stralsund oder Wismar auf den Werfen ging es erst am 18. Juni 1953 richtig los. In Rostock konnten die nur 20 sowjetische Soldaten nichts gegen 600 Streikende der Werft ausrichten. Die Kasernierte Volkspolizei, Vorläufer der NVA, „räumte unter Abschießen von Salven aus Maschinenpistolen die Straße“.

Als faschstischer Putschversuch, von Kriegstreibern und Feinden der deutschen Einheit ausgelöst, sollte der 17. Juni 1953 von der Parteiführung dargestellt werden. Die Parteileitung in Karl-Marx-Stadt berichtete allerdings, dass „bei den festgenommenen Provokateuren kein Auftrag einer westberliner Agentenzentrale nachgewiesen werden“ konnte.

Es war eine spontane Erhebung ohne Vorbereitung, ohne deutliche Führungspersönlichkeiten, ohne Logistik. Zuerst rebellierten seit dem 12. Juni 1953 die Menschen in den Dörfern und kleinen Städten. Berlin stand dann im Brennpunkt der Aufmerksamkeit.

Jens Schöne skizziert die Ereignisse von der Enstehung der DDR über die 2. Parteikonferenz im Juli 1952 („Sozialismus jetzt!“) bis zum Aufstand.  Eine ausführliche Bilderstrecke zeigt, wie der 17. Juni in Berlin, in den kleinen Städten, in den Dörfern verlief. Es sind mehr Fotos mit größerem Reichtum an Details als mir überhaupt bekannt war.

Die Menschen waren davon überzeugt, dass das Ende der SED-Herrschaft bevorstehe. Es ging nicht um wirtschaftliche Fragen, sondern um die politische Macht. In mehr als 700 Orten empörten sich die Menschen, mehr als eine Million Bürger der DDR nahmen an den Aufständen teil.

Sowjetische Truppen schlugen den Aufstand überall nieder. Ohne deren Eingreifen hätte die SED den 17. Juni 1953 nicht überlebt.

Mehr zum Buch

Volksaufstand – Der 17. Juni 1953 in Berlin und der DDR hat 140 Seiten und kostet 14,95 Euro. Das Buch erscheint in vier Wochen.