„Verstrickung verjährt nicht“ – Sven Felix Kellerhoff ausgezeichnet

Sven Felix Kellerhoff wurde heute mit dem Hohenschönhausen Preis zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur ausgezeichnet.

Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur verdient gemacht haben.

 

In seiner Laudatio stellte der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Dr. Hermann Otto Solms heraus, dass Kellerhoff sich durch hartnäckige Recherche und kontinuierliche Berichterstattung verdient gemacht hat.

Der Jury lagen 76 Vorschläge vor, viel von Ministern, Budestags- und Landtagsabgeordneten.

Kellerhoff ist Leitender Redakteur für Zeitgeschichte der WELT und der Berliner Morgenpost sowie Autor zahlreicher Bücher im Berlin Story Verlag.

Den Preis erhielt gleichzeitig der Schriftsteller Erich Loest für sein Werk. Solms: „Loest wurde, obwohl er viele Jahre in Bautzen II saß, auch in Isolierhaft, nicht zum Menschenfein oder Zyniker.“

Über Loest gab es 32 Aktenordner Stasi-Material, einschließlich Telefonabschriften und Wanzengesprächen. „Mein Leben mit der Wanze“ ist eines seiner Bücher.

Kellerhoff stellte in seinem Beitrag heraus, dass diejenigen, die von der Willkür der Stasi betroffen waren, heute darunter leiden, dass die juristische Aufarbeitung äußerst schwach war.

 

Zum Beispiel sei keiner der Aufseher von Hohenschönhausen verurteilt worden. Deswegen sei die gesellschaftliche Aufarbeitung von herausragender Bedeutung.

 

„Verstrickung verjährt nicht“ lautet die Überschrift einer seiner Zeitungsbeiträge.

Kellerhoff zeigte mit seinem Dank, dass man auch zu einem ernsthaften Thema unterhaltsam, spontan und aktuell reden kann.

 

Bei der Preisverleihung waren Abgeordnete aus dem Bundestag und aus Landtagen anwesend, siehe Foto unten.

 

Dr. Hubertus Knabe mit dem Pianisten Leon Buche, ganz unten