Versehentliche Urheberrechtsverletzungen

Autor: Enno Lenze | Datum: 13. Februar 2013 | Kategorie: Berlin Story Verlag

spiegel-online-urheberrechtDas Urheberrecht ist eine komplizierte Sache, das wissen wir alle. Gerade als Verleger bin ich dafür Dinge erst mal freundlich zu klären – nicht sofort Abmahnen, keine Kosten entstehen lassen. Oft vermuten andere Leute da hinter, dass man eine solche Meinung nur vertritt, wenn es zum eigenen Vorteil ist. Bei mir gilt diese Devise immer.

Gestern verwendete Spiegel Online ein privat geschossenes Foto von mir, welches unter der CC-NC-BY-SA Lizenz steht. Sinngemäß besagt diese: Das Foto darf kostenlos, für nicht kommerzielle Zwecke verwendet werden. Es darf auch verändert werden (z.B. für Collagen), das Ergebnis muss aber unter der gleichen Lizenz veröffentlicht werden. Zusätzlich muss natürlich der Fotograf genannt werden.

Diese Lizenz wähle ich für fast alle meine privaten Fotos. Es ermöglicht privaten Bloggern die Bilder zu verwenden, aber es schützt mich vor der unkontrollierten kommerziellen Verwendung. Auf Anfrage habe ich immer wieder Fotos zur kommerziellen Verwendung frei gegeben.

Nach einem kurzen Dialog mit einem Mitarbeiter von Spiegel Online war klar: Er hatte die Lizenz falsch ausgelegt und hatte das Foto im guten glauben, er dürfe es für die Berichterstattung verwenden, verwendet. Das zeigt ein mal mehr wie kompliziert diese Welt geworden ist. Ich habe ihm gesagt, dass ich nichts gegen diese Verwendung einzuwenden habe, dass ich auch nicht abmahnen werde oder ähnliches, sondern dass ich einfach darauf hinweisen wollte.

Niemandem entstand ein Schaden, er weiß nun, wie die Lizenz korrekt auszulegen ist. Ich denke nicht, dass eine kostenpflichtige Abmahnung in diesem Fall einen Vorteil gebracht hätte.

Ich bleibe daher bei meiner Devise: „Erst mal reden“.

Schreibe einen Kommentar

You must be logged in to post a comment.