US Holocaust Memorial Museum

Das amerikanische Holocaust Memorial Museum in Washington ist neben der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem die größte Erinnerungsstätte überhaupt.

Eine große Forschungsabteilung sowie eine umfangreiche Bibliothek und online zugängliche Datensammlungen machen das USHMM zum wichtigsten Informationsort über den Holocaust.

Dies ist ein Nachtrag in diesem Tagebuch. Ich war im USHMM, als gerade unsere Daten gehackt und gelöscht worden sind. Es ging bei diesem professionellen, türkischen Hackerangriff um unser Engagement bei „Free Deniz“.

Das USHMM liegt zwischen vielen weiteren sehr großen Museen in Washington. Es ist genau ein Meile vom Weißen Haus entfernt.

Die Befreiung von Buchenwald. Das ist der Einstieg. Was haben wir Amerikaner damit überhaupt zu tun? Unsere Soldaten haben diese menschlichen Skelette gesehen, als sie das KZ Buchenwald befreiten.

Die Ausstellung besteht aus großen Bildern, kurzen Texten und Videos. Alles ist hinter Glas.

Chronologisch – dankenswerterweise. Es gibt für Besucher keine andere Möglichkeit, als sichchronologisch – mit Schwerpunktsetzung – zu orientieren.

Die Dauerausstellung kommt mit extrem wenigen Exponaten aus.

In einem langen Gang, der akustisch unterlegt wird, befinden sich die Tafeln.

Karten und Dokumente dienen der besseren Orientierung.

Die Beschriftung ist etwas klein und gelegentlich so weit unten, dass man auch in der Hocke nicht einfach lesen kann.

Erschießungskommandos, Polnische Juden. Als die Dauerausstellung Anfang der 1990er Jahre geplant wurde, war über die Erschießungskommandos, die mehr als zwei Millionen Menschen durch Schüsse umgebrachten, nicht so viel bekannt wie eute.

Der große Innenhof. 1,8 Millionen Menschen besuchen das Museum in jedem Jahr.

Führungen gibt es nur für besondere Gruppen, wie diese der Museumsakademie Graz.

Visualisierung. Transport und Vernichtung der Juden wird stärker visualisiert als durch Texte beschrieben.

Auschwitz, die Rampe. Selektion. Frauen und Kinder kommen sofort in die Gaskammer. Arbeitsfähige werden Zwangsarbeiter in Auschwitz oder in den nahen Betrieben wie IG-Farben, wo synthetisches Benzin für die Wehrmacht hergestellt wird.

Auschwitz. Luftaufnahmen 1944. Das Vernichtungslager ist eher durch Zufall fotografiert worden. Es ging um einen Angriff auf IG-Farben drei, vier, fünf Kilometer entfernt. In „Hitler – wie konnte es geschehen“ legen wir eine andere Auffassung nahe, warum Auschwitz nicht bombardiert wurde. Da ist eine Auseinandersetzung unter Historikern. Yad Vashem und USHMM, beide staatlich finanziert, sind sehr zurückhaltend. Wir wissen, dass die Engländer und Amerikaner seit 1942 im Detail über die Vernichtung der Juden orientiert waren, aber nichts dagegen unternommen haben.

Dieses Foto von den Verbrennungsöfen ist speziell für den Pressesprecher der Topographie des Terrors, Kay-Uwe von Damaros. Er hält uns vor (gegenüber dpa und Zeit-online), der Nachbau in der „Dokumentation Führerbunker“ des Raum, in dem Hitler Selbstmord begangen hat, sei „Hitler-Disney“, weil man nicht nachbauen dürfe. Diese Verbrennungsöfen des Vernichtungslagers Auschwitz sind keine Originale. Im Analogieschluss würde das USHMM dann „Verbrennungs-Disney“ oder „Holocaust-Disney“ betreiben. So wie in Yad Vashem in Jerusalem der Nachbau der Mauer zum Warschauer Ghetto in Originalgröße und die Bahngleise ins Vernichtungslager Auschwitz nachgebaut wurden. Was wären sie dann aus Sicht der Topographie?