Unter den Linden 40/Mittelstraße 43 – neues Buch

Unter den Linden 40 (oben) und Mittelstraße 43 (rechts) vor hundert Jahren und die Mittelstraße heute mit Simon und Stephanie.

Dagobert Hoebbel hat ein Buch über die Geschichte dieser Parzelle Unter den Linden geschrieben. Das Buch fängt  an, als dort noch nichts stand. Lange ist das nicht her – historisch gesehen und im Vergleich mit anderen Städten. Als die Lindenallee 1647 von der Schloßbrücke zum Thiergarten gepflanzt wurde, stand rechts und links nichts.

Das erste Haus wurde in der Dorotheenstadt im Jahr 1673 fertiggestellt.  Hundert Jahre später waren diese kleinen Bauten Friedrich dem Großen zu mickrig, zu wenig repräsentativ. Er veranlaßte den Bau von Häusern, die mit Paris und London mithalten konnten.

Um 1900 kam es dann zu den Häusern wie hier auf dem Bild. UdL 40 wurde 1908 fertiggestellt.

Im Buch geht es nicht nur um Architektur und Könige, sondern um die Bürger, die im Haus wohnten und um die Lebensbedingungen.

Drei Appartements (Klos) auf dem Hof für alle zum Beispiel.  Als die ersten Buchhändler1937 bis 1907   im Haus waren, gab es aber schon fließend Wasser.

Dagobert Hoebbel hat mehrere Jahre recherchiert, sich im Archiv für geschlossene Grundbücher umgesehen, im Ladesarchiv, im Zentrum für Berlinstudien  und er hat aus anderen Publikationen viel zum Leben der menschen in den verschiedenen Zeiten Unter den Linden herausgefunden. Es ist erstaunlich, wie genau, wie anschaulich man das machen kann.

Man kann auch ganz generell sein Allgemeinwissen auffrischen, welche Events zur Zeit des sittenstrengen Friedrich Wilhelm I. (1688 bis 1740, also der Vater Friedrichs des Großen)die Menschen besonders anzogen:

Die wenigen Zerstreuungen, welche außer den Familienfesten noch übrig blieben, waren die Märkte, zu denen die Landleute in Scharen herbeiströmten, ferner das Fischstechen auf der Spree, die Manöver der Truppen und endlich die zahlreichen Hinrichtungen, bei welchen sich oft so viel Schaulustige einfanden, dass, um ihnen Platz zu verschaffen, die Dächer der Umgebung abgedeckt wurden.

Dieses Buch ist nicht angekündigt, das bedeutet, es ist im Verlagsprospekt für Herbst/Winter 2012 noch nicht dabei. Das Buch ist fertig geschrieben und gesetzt, es geht in der kommenden Woche in Druck und ist deutlich vor Weihnachten da.

Rechts das Inhaltsverzeichnis.

Aus dem Vorwort:

„… Als grundlegende Quellen für die vorliegenden Ausführungen dienten Bauakten des Königlichen Polizeipräsidiums und Unterlagen der Feuersozietät im Landesarchiv Berlin (LAB ), Akten des Zentralen Grundbucharchivs Berlins, zeitgenössische Tageszeitungen
aus der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin sowie Recherchen im Internet. Weitere Informationen wurden alten Berliner Adressbücher entnommen, die von 1799 bis 1943 vorliegen und über die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in digitalisierter Form abzurufen sind …“