Unter den Linden 40 – Buchbesprechung

UdL40_CoverMartin Mende bespricht in den Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 2/2013

Dagobert Hoebbel: Unter den Linden 40 – Ein Stück Berliner Boulevard und seine Umgebung, Berlin Story Verlag, Berlin 2012, 117 S., 78 Abb., 19,80 Euro

„Der Chemiker Dagobert Hoebbel ist in sechster Generation Nachfahre des Bäckermeisters Johann Gottfried Heinrich Seiffert, 1799 als Eigentümer des heutigen Grundstücks Unter den Linden 40 im Adressbuch genannt. Daraus erwuchs sein Interesse, die Vergangenheit und Gegenwart der bis 1817 im Familienbesitz gehaltenen Liegenschaft und ihrer näheren Umgebung zu erforschen. Hoebbel vertiefte sich mehrere Jahre in Bauakten, Unterlagen der Feuersozietät, Grundbuchakten und zeitgenössische Tageszeitungen. Er schildert die Entstehung der Dorotheenstadt und das teilweise entbehrungsreiche bürgerliche Leben.

König Friedrich II. beauftragte zur Verschönerung der Residenz ab 1770 seinen Architekten Georg Christoph Unger mit der Errichtung repräsentativer Privathäuser. So entstand auch ein harmonisches Doppelhaus auf dem heutigen Grundstück Unter den Linden 40.

Es musste 1907 für den Bau eines modernen Geschäftshauses weichen. Das Haus gehört zu den elf Geschäftshäusern, die sich von der Bebauung der Straße Unter den Linden aus der Vorkriegszeit erhalten haben.

Bauherr des 1908 fertiggestellten Gebäudes war die Internationale Schlafwagengesellschaft Wagon-Lits. Noch heute beeindruckt das aufwändig gestaltete, im Wesentlichen neoklassizistische Haus der Architekten Kurt Berndt und A. F. M. Lange.

Hoebbel geht ausführlich auf die Nutzer des Hauses bis zur Gegenwart ein. Der sich relativ tief bis zur Mittelstraße hinziehende denkmalgeschützte Gebäudekomplex der Bavaria Immobilien Management GmbH & Co. Unter den Linden 40 KG wird zur Straße Unter den Linden u. a. von der Berlin Story Buchhandlung, dem Berlin Story Verlag und dem Historiale Berlin Museum genutzt, steht aber in weiten Bereichen leer.

Bisher hat sich trotz steigender Immobilienpreise in Berlin kein Käufer für das hoch verschuldete Objekt finden können. Die Diskrepanz zwischen der einst von der Bankgesellschaft Berlin großzügig eingeräumten Hypothekenbelastung und dem tatsächlichen Marktwert ist offenbar noch zu groß.“

Anmerkung des Verlags: Das Buch ist momentan leider nicht lieferbar. Die zweite, durchgesehene und ergänzte Auflage ist in Vorbereitung und erscheint demnächst.