Touristen kommen, um das Berlin-Gefühl zu teilen

Burkhard Kieker Tourismustag 2015Darüber nachdenken, was es für uns bedeutet, für so viele Menschen ein Ziel zu sein, für so viele Touristen. Um Flüchtende ging es auch, aber im Zusammenhang mit dem jährlich stattfindenden Tourismustag nur am Rande. Natürlich, das wissen auch die Touristiker, spielt die große Ausstrahlung Berlins und die Präsenz in den Medien auch eine große Rolle.

Visit Berlin und der Chef Burkhard Kieker haben ein Thema aufgenommen, das einem gelegentlich so durch den Kopf geht, eher peripher, das aber für unsere Perspektive bedeutend ist. Es soll nicht passieren, dass die Bevölkerung den Tourismus satt hat.

In Barcelona zum Beispiel wächst das Unbehagen. Touristen fotografieren die historische Markthalle, kaufen nichts, aber die Stammkunden am Geflügelstand bleiben aufgrund des Rummels weg. Hunderttausende kommen mit den Kreuzfahrtschiffe. Barcelona will nicht werden wie Venedig. Das neue Linksbündnis verspricht, den Tourismus zu begrenzen.

Berlin ist anders, größer, dezentral, nicht vergleichbar. Ursprünglich war das Thema des Tourismustags „Nachhaltigkeit“, aber der Begriff „Achtsamkeit“ spielt heute eine größere Rolle. Achtsamkeit gegenüber unseren Ressourcen, Achtsamkeit gegenüber den Wünschen der Besucher und – das besonders – Achtsamkeit gegenüber uns selbst, nämlich unseren körperlichen und seelischen Möglichkeiten.

Ein Tourismustag ohne Leistungsschau und Selbstbeweihräucherung. Der Tag hatte etwas philosophisches, nicht überkandidelt, sehr lebensnah. Das war neu. Visit Berlin macht Agenda Setting – weit über den Tellerrand hinaus.

Es ging um Gier, die Armut erzeugt, aber auch eine besondere Art von Gier der Schnäppchenjäger, die alles billiger haben wollen. Ökosoziale, globale Marktwirtschaft könnte ein schönes Ziel sein.

Man soll das ja echt nicht übertreiben, aber so ein bisschen kann man schon sagen „We work in peace building“, Tourismus kann die Augen für andere öffnen, we are authentic , we live in Berlin something authentic“.

Reisende seinen bereit, mehr dafür zu bezahlen, wenn sie mitbekommen, dass wir social responibility übernehmen.

Wir von der Berlin Story sagen unseren Mitarbeitern in den Läden und im Museum immer wieder, dass wir ein wichtiger Teil der Berlin-Erfahrung sind. Die Besucher denken an uns. Sie kommen manchmal nach Jahren wieder und erinnern sich an die Gespräche mit uns. Unsere Aufgabe ist es dieses Berlin-Gefühl authentisch zu vermitteln. So wie die Leitmotive im Berlin Story Museum herausgearbeitet sind „Freiheitswille“ – „Tatkraft und Leidenschaft“ – „Hier hat jeder seine Chance“.