Check in for the coolest capital: BER – Tourismustag 2012

Autor: Wieland Giebel | Datum: 9. Mai 2012 | Kategorie: Berlin Story

Sybille von Obernitz, Wirtschaftssenatorin und damit auch für den Tourismus zuständig, sieht in der verspäteten Eröffnung des Flughafens die Chance, die man aus der Krise machen kann. Bei Charles de Gaulle seien am Flughafen in fünf Hotels mit 1.700 Betten entstanden. Nachher sagen Hoteliers, es wäre schön, wenn die durchschnittliche Hotelauslastung in Berlin deutlich über die bisherigen 50 Prozent steigen würde. Neue Hotels seien nicht der Traum der Hoteliers.

Tourismustag 2012, es lädt Visit Berlin mit einigen Partnern ein. Zentrales Thema diesmal sollte die bevorstehende Eröffnung des Flughafens sein.

Im Tagesspiegel heute der Journalist Harald Martenstein: „Wenn es auf der Welt eine Millionenstadt gibt, die es verträgt, von der Außenwelt abgeriegelt zu sein, dann doch wohl Berlin, die Heldenstadt der Berlin-Blockade … Falls im Juli gar nichts mehr fliegt, dürfen wir darauf hoffen, dass die griechische Luftwaffe uns ein paar Kisten Ouzo abwirft. Das sind sie uns schuldig.“ 

In der Morgenpost wird der Pirat Oliver Höfinghoff zitiert:

Burkhard Kieker, Chef von Visit Berlin: "Das Motto dieser Veranstaltung wird man uns lange um die Ohren hauen. Er zitiert in Bezug auf den Flughafen Konrad Adenauer: "Meine Herren! Die Situation - sie ist schon da." Die Anzahl der Besucher Berlins habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Wenn er gefragt werde, wie er das mache, könne er nur antworten: das sind die Berliner. Das geht von alleine. Wir brauchen hier kein Tourist Board wie in Singapore, wo man sich Attraktionen ausdenken muß. Oder Paris - wenn da die letzte Metro um halb zwölf fährt ... In Berlin ist der Tourismus wiederum um 7,5 Prozent gewachsen, in London um drei Prozent. In Berlin fehle nur ein Puzzelstein, der neue Flughafen, der zum Hub werde, zum (kleinen) Drehkreuz. Lieber jetzt verschieben, das verzeihen und vergessen die Fluggäste. Würde eröffnet und klappte es nicht, würde sich das viel mehr einprägen, davon würden die Menschen noch lange erzählen.

„Jedes von Wowereits Leuchtturmprojekten, sei es das ICC, die Nachnutzung des Flughafens Tegel und jetzt eben auch BER, zeichnet sich durch sagenhaft stümperhafte Planung aus.“

Flughafen Willy Brandt-Schutz wurde gespöttelt, weil der Brandschutz nicht einsatzfähig ist. Gerätselt wurde, was in den kommenden Tagen noch über den tatsächlichen Stand der Dinge an Tageslicht kommen wird. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem Eröffnungstermin im Oktober die Rede.

Prof. Dr. Rainer Schwarz, Cef des Flughafens. Er hatte heute schlechte Karten, entschuldigt sich, dass erst so spät verschoben wird. Die Flüge zu den 30 bis 40 neuen Destinationen der Lufthansa müssen von Tegel ausstarten. Wie? Was tun die 150 Shops und Restaurants am Flughafen, die Mitarbeiter eingestellt, Ware gekauft haben und zahlen müssen? Schwarz war zuvor beim Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags und vor seiner Rede in der Tür an der Bühne stehend telefonierte er mit seinem Aufsichtsratsvorsitzenden - Herrn Wowereit.

Paul Gregorowitsch, CCO von Airberlin, der größten Fluggesellschaft in Berlin, berichtet von 40 Flugzeugen, die von Berlin aus eingesetzt werden, von bis zu 750 Frequenzen pro Woche, von 7,9 Million Fluggästen, die 2011 nach Berlin gebracht worden seinen. Über eine Million Fluggäste müßten jetzt umgebucht werden. Er frage sich, ob er am Montag, als der neue Airberlin-Hangar eröffent worden sei und er gefragt habe, ob alles ok sei, mit der Antwort verarscht worden sei, es sei alles Bestens.

Mehrere hundert Menschen aus der Tourismusbranche nehmen in jedem Jahr am Tag des Tourismus teil. Diesmal fand er im Kosmos Berlin in der Karl-Marx-Allee statt.

Am BER wurden auch die Tests zum Einchecken eingestellt.

Der Turm der Fluglotsen vom Rollfeld aus gesehen. Später sollte man sich dort nicht aufhalten. Heute war schön Chaos, man konnte erheblich mehr sehen, als an den geregelten Besuchertagen sonst.