Über Tilman Krause in der FAZ

Es gibt Journalisten, bei denen man sich fragt, ob sie eigentlich über das schreiben, was sie gesehen haben oder ob sie irgendwie – vielleicht mit sich selbst – ein Problem haben.

 

So ging es uns bei der Eröffnung der Dokumentation Führerbunker mit dem Journalisten der Welt, Tilmann Krause. Während durchgehend alle anderen etwa 120 Journalisten der deutschen, europäischen, israelischen und amerikanischen Medien den Sinn der symbolischen Rekonstruktion des Führerbunkers verstanden und beschrieben haben, nämlich als den Ort, an dem der der Zweite Weltkrieg durch den Selbstmord des Diktators ein Ende fand, hieß es bei Tilman Krause:

 

„Den Führerbunker nachzubauen, ist geschmacklos — In Berlin hat ein privates Museum Hitlers Sterbezimmer nachgebaut. Das dient nur scheinbar der Aufklärung. Das ganze Drumherum inszeniert vielmehr ein Grusical für die Fans des Nazi Gothic … Der Nazi-Kitzel wird schon seine Wirkung zeigen.“

Den vollständigen Beitrag von Tilman Krause, den wir als bösartige Gehässigkeit empfunden haben, findet man hier …

 

Jetzt erschien gerade ein Beitrag in der FAZ über den Welt-Journalisten:

 

„Kafka-Rezension der „Welt“ Krauses Zeug — Die „Welt“ hält Kafka für sexuell gestört, sollte sich aber eingestehen, dass dies nur ein Ausdruck der eigenen Verzweiflung – oder gar ein Selbstbild ist …“

 

Den vollständigen Beitrag von Hans-Georg Koch, dem Mitherausgeber der Kritischen Ausgabe der Werke Franz Kafkas, finden Sie hier.

Es scheint, als hätten wir nicht so falsch gelegen, als wir uns damals dachten, ein Autor, der so viel gefühlte Niedertracht von sich gibt, spricht eigentlich von etwas anderem.