«There’s No Business Like Show Business» — aber ohne Hitler

Der Schweizer Nationalzirkus Knie feiert seinen hundertsten Geburtstag mit einem Musical, verschweigt auch die braune Zeit nicht, macht daraus sogar eine dramatische Geschichte – die leider nicht stimmt.

„Ein Tusch auf diese Menschen! Denn sie alle schufen um sich eine Welt von Sensationen: mit Gauklern, Artisten und Clowns, mit Pferden, Elefanten und Tigern, mit Luftnummern und auch Shows unter Wasser … Rolf Knie, Jahrgang 1949, Ur-ur-ur-Enkel des Urvaters Friedrich Knie, bringt die Geschichte einer Dynastie auf die Bühne.

Gute Zeiten hat der Zirkus gehabt. Und auch schlechte Zeiten. Den schwärzesten Moment in der Geschichte beschreibt ein Kapitel, es heißt «Auftritt vor Hitler». Rolf Knie hat von dieser Episode erzählt, wie sein Vater, Fredy Knie sen., «von der deutschen Propaganda gezwungen wurde, in Berlin aufzutreten, vor Adolf Hitler». Das sei die Bedingung gewesen, damit Deutschland wieder Artisten in die Schweiz lasse. Ohne Polo Rivel, La Tirana oder Miss Rosita hätte der Zirkus seinen Betrieb einstellen müssen. Und wirklich: Die Affiche für Dezember 1943 im Berliner Wintergarten verzeichnet: «Fredy Knie, Kunstreiter».

Wie war das aber mit Hitler? Und dem verweigerten Handschlag seines Vaters, von dem Rolf Knie erzählt? Kurzes Mail an Harald Sandner, der ein Itinerar über Hitlers Wege angelegt hat, akribisch sind dort alle Stationen verzeichnet. Die Antwort: «Ihre Frage ist schnell mit einem klaren Nein zu beantworten. Selbst wenn Hitler in Berlin gewesen wäre, was nicht der Fall war, wäre er nicht mehr in den Wintergarten gegangen.»

Die ganze Geschichte ist hier im Tagesanzeiger zu lesen, aber leider nur im Abo.