Tanz auf dem Vulkan – Stadtmuseum

Siemens Loch_Rohr 15 Juli 1927

Vulkan02

Vulkan03

Vulkan04_Schauspielhaus

vulkan06_Flacons

vulkan07_Gunda Bartels

Vulkan05_irrer Hitler

HILFE! Was sieht man auf dem Foto oben, diese Röhre mit Löchern – was ist das? Das Foto wurde am 15. Juli 1927 in den Siemens-Werken aufgenommen.

Prof. Dr. Dominik Bartmann und Elisabeth Bartel führen durch die Ausstellung – die beiden Kuratoren.
Heute können die Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums schon sehen, was ab Freitag, dem 4. September 2015 für alle zu sehen sein wird, Tanz auf dem Vulkan, Das Berlin der Zwanziger Jahre im Spiegel der Künste.

Die im Dunkel, die im Licht, Wirtschaft und Industrie, Theater und Politik.

Bühnenbilder von Emil Pirchau (1884 – 1957) sind zu sehen und ein riesiges Modell des Großen Schauspielhauses (rechts), das Max Reinhard aus der ursprünglichen Markthalle und dem anschließenden Zirkus Renz umbauen ließ – Platz für 5.000 Menschen.

Alles aus dem Bestand des Stadtmuseums, das 4,5 Millionen Exponate im Lager hat.

Elisabeth Bartel führt in die Geschichte der Berliner Parfümhersteller Schwarzlose ein und erläutert, wer Parfüms hergestellt , wer Ideen geklaut und wer die Flacons entworfen hat

Abbildung unten: Sensationelle sind die beiden Zeichnungen von Klaus Richter (19887 – 1948). Göring, der schweinsäugige Fettsack und Hitler, der irrsinnige Führer. Richter war vorher Vorsitzender  des Vereins der Berliner Künstler. Er sollte ein Porträt von Hermann Göring anfertigen und zeichnete heimlich diese beiden Skizzen. Laut Wikipedia im Führerhauptquartier Wolfsschanze: „… Bei den Sitzungen in der „Wolfsschanze“ entstand auch ohne Auftrag sein künstlerisch bemerkenswertes Porträtgemälde Adolf Hitlers (1941), das in zwei nahezu identischen Versionen erhalten ist …“

Das stimmt nicht, Wolfsschanze ist falsch. Was tut man, wenn  man als Historiker wissen will, was Hitler an diesem Tag genau gemacht hat, wo er war, mit wem er gesprochen hat? Man steht auf dem Schlauch.

Oder man sieht im Hitler Itinerar nach, das Tag für Tag exakte Angaben über Aufenthaltsorte, Gesprächspartner und Fahrten des Führers macht. Nachsehen können aber nur wenige, weil es das Hitler Itinerar noch nicht gibt. Das Werk erscheint 2016 in vier Bänden mit zusammen mehr als 2.200 Seiten im Berlin Story Verlag – zusammengetragen und geschrieben von Harald Sandner. Das ist so eine Art Metadatensammlung aller Verbindungsdaten, eine Art historische Datenspeicherung ungeheuren Umfangs.

Daraus ergibt sich, dass Adolf Hitler im Führerhauptquartier Werwolf war, er vorher den Befahl zum Angriff auf Leningrad gegeben hatte, er eine Besprechung mit Staatssekretär Herbert Backe und Generalfeldmarschall von Manstein empfangen hatte, an dem Tag, als die Zeichnung entstand, mit Raedler und Himmler sprach, sein Gespräch mit Göring aber erst am Montag, dem 31.  August 1942 stattfand.