Stefan Raab vor der Berlin Story

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Stefan Raab drehte heute vor der Berlin Story. Er sprach mit Menschen auf der Straße. Am Sonntag moderiert er das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück.

Dass er moderiert, stimmt wahrscheinlich nicht ganz, weil man ihm das gar nicht zutraut, aber er darf dabei sein, weil ProSieben das Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten auch überträgt. Maybritt Illner (ZDF) Peter Kloeppel (RTL) und Anne Will (ARD) sind neben dem Quatschmacher aus dem Privatfernsehen die Profi-Moderatoren.

Für Raab war es heute vor der Berlin Story nicht einfach, die Unterschrift seiner Interviewpartner auf der Straße zu erhalten, die er braucht, um senden zu dürfen. Er musste lange auf sie einreden.

Raab, der auf die Fünfzig zugeht und sich gern über Menschen lustig macht, die sich nicht gut wehren können, der mit „Maschendrahtzaun“ auf Kosten einer Frau aus dem Vogtland viel Geld verdiente, der von der Boxerin Regina Halmich eine blutige Nase geschlagen bekam, wollte heute nicht fotografiert werden.

Der bullige Typ auf dem Foto, der wie ein Bodyguard wirkt, wollte das verhindern.

In der Berliner Zeitung berichtet Peer Schader darüber, dass im am Sonntag journalistisches Feingefühl gefragt sein, Raab aber die meisten Interviews entglitten und er völlig unvorbereitet durch die Unterhaltungen seiner Shows stolpere. Immerhin, so die Berliner Zeitung, lese er in der Polit-Show Absolute Mehrheit seine Witze fehlerfrei von Moderationskärtchen ab.

Welch ein Abgrund tut sich auf gegenüber den Menschen, mit denen er am Sonntag sprechen soll. Wir erinnern uns gut daran, dass Peer Steinbrück immer wieder großzügig für Projekte gespendet hat, ohne das an die große Glocke zu hängen.

Ausführlich dazu in diesem Tagebuch am 1. September 2007, wo es darum geht, dass Steinbrück die Gedenktafel für die Kroll-Oper wesentlich finanziert. In der Kroll-Oper zwischen Kanzleramt und Tipi kam das „Parlament“ zur Nazi-Zeit nach dem Reichstagsbrand zusammen.

Steinbrück besuchte die Berlin Story in dunkelster Zeit in der Mittelstraße und wünschte uns einen erfolgreichen Neustart. Seine Worte waren ermutigend für uns alle.

Von Stefan Raab wird gesellschaftliches Engagement nicht überliefert.

Was die Fernsehzuschauer erwartet, kommentiert Ulrich Deppendorf von der ARD:  „Selbst in den USA, dem Land des Unterhaltungs-fernsehens, wäre niemand auf eine solche Idee gekommen“, und sein ZDF-Kollege Peter Frey verstieg sich laut Frankfurter Rundschau zum Urteil, das Duell sei „keine Showbühne für die Mätzchen von Moderatoren“.