Sonntag, 4. Dezember 2005

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Wenn der Verein für die Geschichte Berlins im neuen Hotel Maritim in Tiergarten feiert, dann sieht das so festlich aus. Das war der Auftakt. Jetzt folgen Weihnachtsfeiern und Neujahrsempfänge bis Ende Januar, die Zeit der Gänsebraten und Kontakte. Als erster Ehrengast wurde Jost Feenders begrüßt, der das Web bei uns und beim Verein mastert. Echt. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Der langjährige Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Klaus Finkelnburg, auch ehemaliger Vorsitzender des Berliner Verfassungsgerichts, referierte über das Jahr, in dem der Verein gegründet wurde, 1864. Das war nicht einfach zu referieren, weil da in Europa gerade Pause zwischen den Kriegen war, also wenig los, während in Amerika der Unabhängigkeitskriegs zu Ende ging, bei dem 500.000 Menschen starben und vier Millionen Negersklaven frei wurden. In Europa hatte ein Jahr zuvor (1864) der deutsch-dänische Krieg um Schleswig-Holstein stattgefunden – siehe Siegessäule. Die zahlenmäßig weit unterlegenen Dänen hatten hoch gepokert, auf die Hilfe Englands gesetzt, was Bismarck durch geschickte Diplomatie zu verhindern wußte. Im Gründungsjahr des Vereins ging es dann zwischen Österreich (Holstein besetzt) und Preußen (Schleswig besetzt) um die Verteilung der Beute, wodurch es ein Jahr später, 1866, zum deutsch-österreichischen Krieg kam, siehe auch wieder Siegessäule, der nur einen Monat dauerte und durch die Schlacht bei Königsgrätz zugunsten Preußens entschieden wurde. Ich kenne diese Schlachten alle gut, weil ich sie mit meinem Großvater und dessen Zinnsoldaten häufig nachgespielt habe. 1865 fand aber ein Ereignis statt, an das wir uns bis heute gern erinnern, Wilhelm Busch schrieb Max und Moritz. Der Parkautomat im Keller des Hotels ließ sich mit 12 Euro 50 verwöhnen. Das sind 25 Mark.

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