Sonntag, 30. Juli 2006

Im Tagesspiegel berichtete Helmut Caspar gestern über die Historiale:
(Siehe auch Eintrag vom Freitag, den 28. Juli)
Napoleon reitet wieder
Ein neues Geschichtsfestival erinnert an Preußens Niederlage vor 200 Jahren
In der Schlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 wurden Preußen und Sachsen von den Franzosen vernichtend geschlagen. Zwei Wochen danach ritt Napoleon, aus Charlottenburg kommend, in Berlin ein und nahm im Stadtschloss Quartier. Am 27. Oktober, auf den Tag 200 Jahre später, wird der Triumphator mit seinem in historischen Uniformen gesteckten Tross erneut durchs Brandenburger Tor ziehen. Mit dieser Szene wird das Geschichtsfestival „Historiale“ eröffnet, ein mehrtägiges Spektakel um die dramatischen Ereignisse in Berlin und Preußen vor 200 Jahren.

Der Verleger der Berlin-Story, Wieland Giebel, erhofft sich von der Historiale mehr Aufmerksamkeit für die Geschichte der Stadt. In den kommenden Jahren soll das Festival stets unter anderem Motto fortgesetzt werden. Dazu hat der Verleger geschichtsbegeisterte Leute um sich geschart, die Vorträge und Führungen, Lesungen und Konzerte sowie Publikationen vorbereiten. Einer der Höhepunkte wird eine szenische Darbietung im Weißen Saal des Schlosses Charlottenburg sein, in der aus wenig bekannten Schriften der Königin Luise und ihres Kontrahenten, des französischen Kaisers, zitiert wird.

Darüber hinaus gibt es Ausstellungen unter anderem im Deutschen Historischen Museum, im Stadtmuseum und im Liebermann-Haus am Brandenburger Tor. Geplant ist auch, den Kunstraub der Franzosen in den königlichen Schlössern zu dokumentieren, dem auch Schadows Quadriga auf dem Brandenburger Tor zum Opfer fiel. Erst 1814 kamen die Kostbarkeiten nach Preußen zurück.

Dem Einzug des Franzosenkaisers folgen bis zum 30. Oktober Führungen vorbei an Gebäuden und Denkmälern, die an Preußens Debakel vor 200 Jahren, aber auch an die Stein-Hardenbergschen Reformen im Gefolge der Niederlage zu tun hatten. Wieland Giebel hofft, dass die „Historiale“ in ein paar Jahren einen ähnlich großen Anklang findet wie heute schon der „Tag des offenen Denkmals“. Auch der habe vor Jahren recht bescheiden angefangen. An Zuspruch und Ideen aus den Staatlichen Museen und der Stiftung Stadtmuseum, der Preußischen Schlösserstiftung sowie den Universitäten, Bibliotheken und Archiven gebe es jedenfalls keinen Mangel. Da allerdings nichts für umsonst zu haben ist, sei man auf Sponsoren angewiesen.

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