Sonntag, 22. Januar 2006

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Zum Glück fand der überwiegende Teil der Enthüllung der Gedenktafel für das Gotteshaus der Jüdischen Reformgemeinde im Wintergarten des Media Centre in der Johannisstraße hinter dem Friedrichstadtpalast statt. Draußen waren es 10 Grad minus, sibirische Kälte. Am Flügel spielt mit klammen Fingern Prof. Dr. Andor Izsák vom Europäischen Zentrum für jüdische Musik in Hannover. Was traditionell jüdisch und was reformjüdisch ist konnte er wunderbar musikalisch darstellen, spielen und singen. Zur jüdischen Reformgemeinde gehörten zahlreiche aufgeklärte Wissenschaftler und Künstler, die Verleger Familie Mosse, Sigismund Stern, Julius Oppenheimer. Seit 1845 wollten sie ihr Judentum statt in erstarrten Ideen und veralteten Formen im Einklang mit den Herzen und zeitgemäß leben. Die Reformgemeinde war später eher deutsch-national, vom Gedanken getragen, in Deutschland aufgehen zu können. Heute gibt es weltweit zwei Millionen Reformjuden. Fast hundert Gäste kamen an diesem Sonntagmorgen.

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