Sonntag, 14. Januar 2007

Mätressen, denkt man sich so, sind ein Thema für die Phantasie älterer Herren. Und was passiert? Zwei Drittel der Besucherinnen im dicht gefüllten Veranstaltungsraum sind Damen. Was im Buch steht, was man erfahren kann über diese ganz große und nicht enden wollende Liebe zwischen dem Prinzen, später König Friedrich-Wilhelm II. und seiner blutjungen Geliebten, erfahren Sie im Buch. (So jung/ungewöhnlich sei das damals gar nicht gewesen, sagt Edelgard Abenstein. Würde das nicht heute unter Pädophilie fallen, 14 Jahre? Ich kenne mich da nicht so genau aus). Wie dem auch sei, es ist eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichte überhaupt. Wer das nicht liest, ist irgendwie verknöchert. Wie kann man das denn alles so genau wissen, war eine der Fragen eines Besuchers? Im Geheimen preußischen Staatsarchiv liegen mehrere Kartons Schriftwechsel UNAUSGEWERTET! Einfach so Haufen voller Briefe, einigermaßen chronologisch sortiert, nichts weiter. Keiner hat sich das offenbar je angesehen und sortiert und ausgewertet. Was auch nicht ganz einfach ist, weil man zwar die Schrift des Prinzen entziffern kann, aber bei Wilhelmine Enke muß man wohl mehr raten, denn sie hat eine katastrophale Klaue.
Dies alles und noch viel mehr erlebt man beim „Sonntag Morgen ohne Sorgen“ um 11 Uhr. In der kommenden Woche geht es mit Rosemarie Gebauer abweichend vom Rundschreiben nicht um „Die Linden unter den Linden“, sondern um v. Eichendorff. Wir sind gespannt, ob der auch eine Geliebte hatte.

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