Sonntag, 12. Oktober 2003

Wenn Asiaten richtig gut deutsch sprechen, sind es Chinesen, chinesische Studenten. Mit englisch haben sie es nicht so. Der typische Dialog an der Kasse: "Wo studieren Sie denn?" – "In Ilmenau" – "Wohnen Sie in einer WG?" "Ja." Und ein strahlendes Gesicht. Alle chinesischen Studenten scheinen in einer WG zu wohnen. "Und haben Sie eine deutsche Freundin?" – "In Ilmenau?!?". Naja, das vertiefen wir nicht. Schön ist, daß die jungen Chinesen unseren Quatsch verstehen. Häufig kommt man ja bei anderen Kulturen mit dem eigenen Humor nicht so an. Die Chinesen, die nicht so viel deutsch verstehen, sind Touristen. Sie freuen (oder wundern) sich über Frühstückscafés im Freien, über Kulturveranstaltungen in alten Fabrikhallen (statt abzureißen und neu zu bauen), über Antiquitätengeschäfte und darüber, daß es bei uns in Berlin alles so schön langsam geht. Und sie gehen wie wir hemmungslos bei rot über die Straße, weil das in Shanghai auch so ist. Wir sind die Eingeborenen einer ziemlich jungen Kultur und werden von Ihnen freundlich behandelt. Sollen wir unseren Film "The Making of Berlin" bei der nächsten Aktualisierung auch chinesisch machen? Das wäre ganz einfach. Neulich war ein Kunde da und sagte: „Ich wohne in Prenzlauer Berg und bin Chinese und übersetze und Sprecher bin ich auch.

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