Sonntag, 11. Februar 2007

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Christoph Links im Gespräch am Sonntagmorgen um 11 Uhr. Politik und Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert, darum geht es im Ch. Links Verlag seit dem 1. Dezember 1989, dem Tag, als es in der DDR keine Zensur mehr gab.

Wieder war es voll, mit 30 Besuchern ist unser Veranstaltungsraum ausgelastet. Orte der Geschichte sind Hauptthemen, sei es die Geschichte der DDR oder die des Dritten Reichs. Momentan geht ein Buch über die Ordensburgen der Nationalsozialisten in Druck. Das Spannungsfeld im Tagesablauf eines Verlegers beginnt mit intensivem Lesen von Manuskripten (morgens), täglicher Organisationsarbeit (nachmittags) und endet mit Gesprächen mit Autoren und Journalisten sowie über hundert Veranstaltungen pro Jahr (abends). Mittags jedoch, das ist das besondere bei Ch. Links, sitzen alle zusammen in den Räumen in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg und Speisen gemeinsam. Das ist die dynamische Zeit, in der Ideen reifen, in der die Mitarbeiter zusammenwachsen.

Die Lage kleiner, unabhängiger Verlag heute war ein weiteres Thema. Vor zehn Jahren konnte man sich nicht vorstellen, daß die Konzentration des Buchhandels so sprunghaft vorangeht. Heute ist die Parfümeriekette Douglas größter Bucheinzelhändler in Deutschland, Weltbild und Hugendubel haben sich zum Imperium zusammengeschlossen. Wie kommen kleine Verlag, die auf den Bestsellerlisten kaum zu finden sind, auf die Tische und in die Regale?

Der Verlag ist so hervorragend organisiert, daß Christoph Links in diesem Sommer eine ausführliche Arbeit über die 78 zugelassenen Verlage in der DDR schreiben wird. Er war dabei und vor allem kennt er diejenigen, die damals die Verlage geleitet haben. Jetzt ist eine prima Zeit dafür, es ist ausreichend Distanz da und die Mitspieler sind noch fit. Wir drücken die Daumen und freuen uns zusammen mit Edda Fensch, die die Öffentlichkeitsarbeit macht und wesentlich zum Erfolg des Verlags beiträgt.

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