Sonntag, 1. M

Deutschland Archiv

Friedliche Revolution, Jens Schoene

Im Deutschland Archiv 1/2009 bespricht Rainer Eckert das Buch von Jens Schöne Die Friedliche Revolution Berlin 1989/90 – Der Weg zur Deutschen Einheit. Das Deutschland Archiv hat uns ein Belegexemplar geschickt. Danke. Sowas kommt heute nur noch sehr selten vor.

Man soll sich über Rezensionen nicht lustig machen und über den verdienstvollen Rainer Eckert schon gar nicht. Das meine ich ohne Ironie. Aber bei dieser Besprechung ist etwas sehr Komisches passiert. Unser Buch geht wie alle unsere Bücher über Berlin. Deswegen steht das auch so im Titel. Jens Schöne war damals in Berlin. Rainer Eckert aber ist der Direktor des großartigen Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, sozusagen einer Ausgründung des Hauses der Geschichte in Bonn.

Eckert schreibt, daß Schöne zum einen eine knappe Geschichte der DDR geschrieben wie auch die Friedliche Revolution bis zur Wiedervereinigung dargestellt hat. So hatten wir uns das auch gedacht und besprochen, schön knapp und schön auf Berlin bezogen. Leipzig und die Montagsdemos und die mutigen Aktivitäten vieler Menschen kommen im Buch über Berlin aber nur sehr am Rande vor. Das findet Rainer Eckert nicht so gut. Darüber äußert er seine Unzufriedenheit. Das kann man verstehen.
Das kann ich verstehen, denn ich war auch dort und habe einige Tage in einem besetzten Haus in Connewitz gelebt bei demjenigen, der den Film über die erste große Montags-Demo illegal gedreht hat, der am gleichen Tag aus der DDR geschmuggelt und nach Hamburg zur Tagesschau gebracht wurde. Dieser Film läuft jetzt immer noch in allen Dokumentionen, bißchen verwackelt, oben von einem Haus runter. Ich habe den Mut vieler Menschen in einer sehr wackeligen, bedrohlichen Situation erlebt.
Aber ehrlich gesagt – mit dem Buch von Jens Schöne und seiner Konzeption und seinem Inhalt hat die Kritik von Rainer Eckert nicht direkt zu tun.
Im Rundschreiben, das wir gerade vorbereiten, besprechen wir auch die anderen Bücher zur Friedlichen Revolution, zum Beispiel und vor allem das sehr gute von Ilko-Sascha Kowalczuk: Endspiel, Die Revolution von 1989 in der DDR. Das Buch hat 602 Seiten und Sie können es gleich hier bestellen. Das ist ein anderes Kaliber und richtet sich an eine andere Zielgruppe – und Leipzig kommt ausführlich vor.

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