Sonntag, 1. Mai 2005

Am 1. Mai haben wir 1.-Mai-Stammkunden. Nicht die Gewerkschaftler, wie man vielleicht meinen könnte. Die spielten gerade, als sie an der Berlin Story vorbeikamen „Ich geb Gas, ich will Spaß“, zeitlos aus den siebziger oder achtziger Jahren, wo die Gewerkschaft stehen geblieben sind. Auch nicht die Autonomen, beziehungsweise eine von deren Gruppierungen, die standen schön in rot und schwarz vor dem Haus der Wirtschaftsverbände und fragten via Lautsprecher: „Warum stehen wir wohl gerade vor diesem Haus?“. Das war so eine Art Heimatkunde für ältere Semester. Zu uns in den Laden kommen regelmäßig am 1. Mai Bundesgrenzschützer, die sich ausführlich umsehen, was es Neues gibt. Wir erhalten so gleichzeitig einen aktuellen Lagebericht, daß es in Kreuzberg und in ganz Berlin ruhig ist, aber in Leipzig rundgeht.

Nachts machen wir jetzt in den drei Fenstern über dem Laden Reklame mit lichtstarken Superprojektoren, die jeweils acht Bilder ans Fenster werfen und weithin auf uns aufmerksam machen.

Seit einigen Tagen läuft auch die Webcam wieder. Das hat Monate gedauert, weil der erste Lieferant gar nicht geliefert hat und beim zweiten Lieferanten erst die DRITTE Kamera funktionierte. Da muß man, wie bei allen neuen technischen Geräten, erstmal drauf kommen, daß man nichts falsch macht, sondern daß die Qualität einfach Mist ist. Sollte sich diese Kamera bewähren, kommt noch eine weitere.

Vor dem Laden hängen jetzt wieder Franka Potente als Lola rennt, Karl Marx und Friedrich der Große. Die weiteren schönen Gemälde prominenter Berliner, die wir UdL 10 an der Fassade hatten, sind jetzt im Laden.

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