Sonnabend, 29. M

Wieland Giebel mit der Grenadiersmuetze des Infantrieregimente No 6 Wir sind nicht Papst. Das ist die Grenadiersmütze des Infanterieregiments No 6, dem Königsregiment. Friedrich der Große löste die Truppe der Langen Kerls auf, weil ihr Unterhalt zu teuer war. Um aber weiter stattliche Mannskerle vorzeigen zu können, setzte er seiner Garde einfach höhere Mützen auf. Gerd Kinnemann vom Zeughaus Kinnemann hat diesen Prototyp nach einem Modell des Armeemuseums von Brüssel nach einer Ausführung aus dem Jahr 1739 gebaut. Sämtliche Werkzeuge wurden dazu entwickelt, das Messingschild geprägt. Und innen wird die Mütze mit künstlichem Fischbein verstärkt.

Evelyne aus Utrecht sucht ein Buch zur Musikgeschichte in Berlin. Evelyne aus Utrecht sucht ein Buch zur Musikgeschichte in Berlin. Ganz früher, zum Beispiel Mendelssohn. Wie es in den Wilden Zwanzigern war. Welche Bands in der DDR gespielt haben und ob sie rauskonnten. Was Udo Lindenberg jetzt eben herausgebracht hat. Daß gerade heute in der Berliner Morgenpost eine Liste mit über 80 Berlinmusiktiteln war, half ihr, sich auf den Besuch mit einer studentischen Gruppe vorzubereiten. Aber eigentlich müßte sie das Buch noch schreiben. Oder findest sich jemand aus dem Kreis der Leser?

Vier unserer Bücher möchte ich heute hier vorstellen.
Agarottis Broccoli Was soll uns das sagen? Friedrich der Große ließ Orangen in der Orangerie züchten, Ananas liebte er und Ingwer tat er sich gern in den Kaffee. Aber Broccoli? Das ist doch eine neue Züchtung. Das gibt es doch erst seit ungefähr der Ära Kohl. Irrtum. Graf Algarotti schreibt am 24. November 1749 an Friedrich: „Ich nehme mir die Freiheit, nach Sanssouci Broccoli-Samen zu schicken, den ich aus Italien erhalten habe. Zur Ehre meines Vaterlandes und zu Ew. Majestät Vergnügen wünsche ich, daß sie gut fortkommen mögen …“ Nachzulesen auf Seite 88.

Die Flagge auf dem Reichstag, Ernst Volland, Jewgeni Chaldej Diese Foto-Ikone kennt jeder weltweit und wir machen jetzt das Buch dazu. Ernst Volland organisiert eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau und beim Berlin Story Verlag gibt er dazu dieses Buch heraus mit jedem Detail dieses Fotos, wie es entstand, wie es manipuliert wurde und welche Rolle es spielt. Das Buch entsteht so schnell, es ist nicht einmal bei den Vorankündigungen des Verlags zu finden. Die Ausstellung „Der bedeutende Augenblick“ läuft vom 9. Mai bis zum 28. Juli 2008.

Pappeln und Autonome am Luisenstaedtischen Kanal Diese Pappeln an der Waldemarstraße (bei Seyfried wie in der gerade laufenden Ausstellung zu sehen: Krawallemarstraße) in Kreuzberg haben es heute auf die Seite 2 der FAZ geschafft. Ins Tagebuch gehören sie, weil wir dazu auch ein Buch machen, an dem Dr. Klaus Duntze schon ein Jahr arbeitet und auch noch einige Zeit braucht, weil er so gern in Archiven wühlt. Sie werden davon profitieren. Markus Bickel schreibt in der FAZ über die sozialen Auseinandersetzungen zwischen Baumschützern und dem Bürgerverein Luisenstadt.

„… Die Umweltschützer fürchten einen Kahlschlag im einstigen Mauerstreifen zwischen den Stadtteilen Mitte und Kreuzberg: Anfang März hatte eine vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beauftragte Firma versucht, hier elf Pappeln zu fällen. Ziel der Maßnahme war die Absenkung des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals, um den Bau eines Spielplatzes zu ermöglichen.
Doch das Projekt ist vorerst gescheitert. Demonstranten verhinderten das Fällen der Bäume. Hinfällig ist damit bis auf weiteres auch das vom Bürgerverein Luisenstadt schon seit 2005 mit Zustimmung des Bezirks betriebene Vorhaben, den Grünstreifen nach historischen Plänen umzugestalten… „Unter dem Deckmantel der angeblichen Bürgerbeteiligung“, heißt es auf einem Flugblatt der Umweltschützer, betreibe dieser die Vertreibung „von türkischen Rentnern und Alkoholisierten“ sowie die Schaffung einer „historisch-preußischen Flaniermeile“.
Ein abwegiger Vorwurf, basieren die Umgestaltungspläne doch auf den Arbeiten des reformerischen Landschaftsarchitekten Erwin Barth aus der Weimarer Zeit, als dieser die einstige Verbindung zwischen Spree und Landwehrkanal zur Gartenanlage umgestaltete. Dem Anspruch des Bürgervereins, „einen Kanalzug für alle“ und „nicht für Kreuzberg allein“ zu schaffen, komme die Konzeption Barths am nächsten, sagte die Sprecherin des Vereins…“ Mehr über den Bürgerverein Luisenstadt erfahren Sie hier …

Iris Groetschel ihr Mathematisches Berlin Dieses wird ein wunderbares Buch und es geht diese Woche in Druck. Das sind die Bücher, die wir unendlich lieben, weil sie eine neue Welt in Berlin eröffnen. Hier können Sie schon einmal in das Buch gucken, das Mathematische Berlin von Iris Grötschel.

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