Sonnabend, 11. September 2004

Am 11. September ist man geneigt, an New York zu denken. Bei uns ist aber Jesus-Tag. Das bedeutet, dass junge, jubelnde und tanzende Christen vom Brandenburger Tor kommen, an der Schloßbrücke wenden und wieder zurücklaufen. Nicht so wie die Gegner der Jagd, wo es vielleicht zehn oder zwanzig Minuten dauert. Pro Jesus sind so viele Menschen, dass der Demozug weit über eine Stunde dauert, mehr als zwei Stunden wahrscheinlich. Ich fotografiere und möchte, dass jetzt endlich die Fotoserie auf die Homepage kommt: Die schönsten Demos vor der Berlin Story. Im Laufe des Tages tröpfelt die dann aufgelöste Demo oder vielleicht Prozession zurück, die Menschen kommen bei uns vorbei und wir können doch der einen oder anderen noch etwas über Berlin vermitteln. Demoteilnehmer selbst sehen ja während des Aufzugs nicht so viel von der Stadt. Jedenfalls, so wie diese Fundamentalisten friedlich daherlatschen, meint jemand im Laden, könne man sie nicht zur erneuten Eroberung Jerusalems schicken.

Am Gerüst an unserem Haus ist ein zusammengerolltes Transparent vorbereitet worden von Gegnern der Demo. Das sollte offenbar zu Beginn der Demo heimlich ausgerollt werden. Darauf sieht man einen Jesus in Flammen und was mit Devil, schön gemalt, da hat sich jemand Mühe gegeben. Irgendwie scheinen die Demogegner aber verpennt zu haben. Oder es ist sonst was dazwischengekommen. Das Transparent kann bei uns abgeholt werden. Es liegt im Heizungsraum.

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