Schießen für den Frieden – Gespräch im Deutschen Historischen Museum

AlexanderKoch DHM Waffen Schießen für den FriedenProf. Dr. Alexander Koch, Chef des Deutschen Historischen Museums, eröffnet die Veranstaltung „Schießen für den Frieden“, die sich auf die aktuelle Ausstellung TARGETS mit Fotos von Herlinde Koelbl bezieht. Es ging dann aufgrund der aktuellen Weltlage mehr um die Situation heute als um die Fotografien von Herlinde Koelbl, die man sich noch bis zum 5. Oktober ansehen sollte.

Volker Perthes, Chef des Instituts für Internationale Politik und Sicherheit, der absolute Nahost Experte, fragte mit Bezug auf den Heiligen Augustin, was ein gerechter Krieg sei. Eine Kriterium sei die hinreichende Gewissheit für einen Erfolg – das bezog sich auf den Irak, die Peshmerga (Waffenlieferungen ja) und den (keinen) Einsatz der Bundeswehr.

Ulrich K. Wegener sagte, die Truppe müsse die Fähigkeit haben zu handeln. Er bezweifele, dass traditionelle Armeen den gegenwärtigen Lagen gewachsen seien. Wegener ist der Erfinder und Gründer der GSG 9. Er schlug dies Genscher nach dem Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft München 1972 vor. Sein Ziel beim Einsatz von Waffen sei immer gewesen, Leben zu retten. Zum Beispiel in Mogadischu. Wegener saß in der DDR wegen antikommunistischer Tätigkeit 18 Monate in Haft.

Thomas Bagger, Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt, meinte, nur wenn diese militärischen Mittel zur Verfügung stünden, können sie eingesetzt oder es könne glaubhaft damit gedroht werden. Jede Krise müsse man individuell analysieren: was können wir erreichen, wo sind die Freunde, kann dem Recht Geltung verschafft werden. Die Politik habe abzuwägen und vor allem zu entscheiden. Unsere Sicherheit hänge auch von der Lage im Irak ab.

Alle drei waren sehr reflektiert, keine Bellizisten, jedoch der Überzeugung, dass Waffenlieferungen an die Peshmerga unbedingt notwendig seien.

Die hochkarätigen Diskussionsteilnehmer hätten einen schärferen, politischeren Moderator verdient.

 

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