Samstag, 10. April 2004

Jedes Tagebuch hat gelegentlich zu leiden. Aber jetzt geht es weiter. Die Ausstellung im Paradegeschoss über der Buchhandlung haben wir heute eröffnet. Es kamen einige hundert Menschen nach oben, ohne dass wir in irgendeiner Form Werbung gemacht haben. Nur die Flötenkonzerte Friedrichs des Großen und eine Stelltafel weisen darauf hin. Das lässt hoffen, dass unser Angebot angenommen wird, sich über Berlin anders zu informieren als in der Buchhandlung. Es wirkt noch ein bisschen kahl, so wie in einer neuen Wohnung, die noch nicht eingelebt ist. Die Ausstellung ist auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt. Wenn alles hübsch ist, machen wir auch Werbung bei den Stadtführern und Hotels.

Wir freuen uns immer, wenn der Charakter der Berlin Story deutlich analysiert wird: „Guck mal, hier kann man alles kaufen, wo Berlin drauf steht“. Oder. „Für oin Souvenirshop henn Sie aber viele Bücher (schwäbisch).“

Die Homepage selbst kennt auch bessere Zeiten. Demnächst geht es so weiter, dass wir alle Neuerscheinungen pro Monat fast als Liste in eine spezielle Rubrik setzen. Das hat folgenden Hintergrund: Stammkunden haben kaum eine Chance, alle Neuerscheinungen zu entdecken, die sich in vielen Abteilungen verstecken. Wir schaffen es aber nicht (und wir haben keinen Platz), einen extra Tisch für Neuerscheinungen zu machen. Wir können dieses Projekt ankündigen, weil Steffi zu uns kommt und sich darum kümmert. Steffi war als Praktikantin bei uns, siehe „Das Team“. Stefanie Schlemmer.

Karfreitag haben wir ja auch auf. Und nicht nur das: Wir werden auch beliefert. Morgens kamen die 12 Kisten Ampelmännchen-Gummibärchen. Frau Manana hatte bei den Lieferanten angerufen, so etwa, nur wahrscheinlich etwas höflicher, wie es ihre Art ist: seid ihr denn ganz bei Trost, vor Ostern zwölf Tüten statt zwölf Kartons zu liefern.
Und abends kamen die Berlin-Sportjacken. Schon als die Jacken kamen und noch nicht richtig ausgepackt waren, verkaufte Imke Schuster drei davon. „Sofort nachbestellen! Das ist ein Renner!“ Aber als sie an der Wand hingen, verkauften wir keine mehr. Ein seltsames Phänomen, das sich auch bei einem Ölgemälde von Herrn Tietze ereignete, der die tafelrunde von Sanssouci gemalt hatte, sie lieferte und wir sie verkauften, als er eben das Schutzpapier abzog. Da wir dieses seltsame Phänomen kennen, verstecken wir Bücher, die wir unbedingt verkaufen wollen, in einer Kiste ganz hinten im Laden fasst unter einem Tisch. Da fängt sofort jemand an zu wühlen.

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