Reader, elektronische Bücher

Wir sprechen immer wieder über dieses Thema, weil aus den Vereinigten Staaten zu uns dringt, dass die großen Buchhanlungen pleite machen und dass Amazon so viel Reader und Ebooks verkauft. Was tun im Verlag und in der Buchhandlung?

Wir beobachten die Stadt und sehen, dass die Menschen mit Stadtplänen herumlaufen und sich nicht mit dem Stadtplan auf dem iPhone orientieren. Es kommt vor, dass Menschen sich einen Goggle-Plan ausgedruckt haben – meist reicht der nicht weit, sie kommen mit dem Zettel und wollen Hilfe haben.

Jedenfalls spricht der weiter hohe Anteil am Verkauf von Stadtplänen dafür, dass es weiter so bleibt.

Dann befragen wir die Mitarbeiter, die alle mit Bus und Bahn (oder mit dem Rad) kommen, wie viele Menschen man mit einem Reader bei der BVG oder S-Bahn sieht. Das geht gegen Null. Das ist Null. Der Hype in den USA ist für uns auf der Grundlage unserer Lebenserfahrung nicht nachzuvollziehen. Richtig ist, dass Walmart die Bestseller verkauft, die dem Buchhandel dann fehlen, und dass es in den USA keine Buchpreisbindung gibt. Möglicherweise rettet uns das. Aber selbst wenn es bei Aldi oder Lidl die deutchen Bestseller gäbe, würde uns das auch nicht tangieren, weil es bei uns keine Bestseller gibt, nicht die von den Buch-Charts bei Spiegel oder Focus. Unsere Bestseller sind das Mauerbuch, unser kleines Geschichtsbuch, Damals und Heute.