Prof. Schlaumeier, Hitlers Hund und die Zeitzeugen

Blondie_462Das Historiale Berlin Museum befindet sich zwar im Nachbarhaus des ZDF, kommt aber ohne Professor Schlaumeier und ohne nichtssagende Zeitzeugen aus. Auch ohne Hitlers Hund Blondie.

In der FAZ klagt Jörg Baberowski von der Humboldt Universität über die unsäglichen TV-Dokus, die Geschichte für Trottel seien. Er zieht ordentlich vom Leder.

Es „tritt Professor Dr. Schlaumeier auf. Er sagt: ‚Hitler liebte Hunde, er fand aber auch Gefallen an Frauen. Juden mochte er nicht.‘ Schnitt. Musik. Hitler …“ schaue finster und es werde so getan, als sei jetzt etwas Bedeutendes gesagt worden. Dazu setzen Geigen und Cellos ein.

„Geschichte für Trottel“ in der FAZ von Jörg Baberowski …

Im Historiale Berlin Museum haben wir genau das nicht gemacht. Der Besucher erfährt von Anfang an, das es sich um eine subjektive Geschichtsbetrachtung handelt. Anders geht das gar nicht, weil der Geschichtserzähler nie objektiv sein kann, weil es objektive Geschichtserzählung nicht gibt, nicht geben kann.

Am Schluss wird bei uns unter der Nummer 38 des AudioGuides in einer kurzen, verständlichen geschichtswissenschaftlichen Abhandlung erläutert, wie es zu dieser Perspektive auf die Geschichte kam. Und dass man es auch anders sehen könnte, dass zwar die DDR untergegangen ist, aber der Sozialismus dennoch überlegen sei und eines Tages siegen wird. So etwas steht manchmal im Gästebuch.

Wir verzichteten auch auf Schlaumeier, eingefärbte Filme, die ursprünglich schwarz/weiß sind, und auf Zeitzeugen. Klare Aussage, aber den Besucher nicht für dumm erklären und nicht entmündigen.

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