Polizeibattailon 101 — Jürgen Mattäus vom US Holocaust Memorial Museum in der Topographie

Dieses Foto am Ghetto von Lodz stammt von Bernhard Colberg, einem der Männer des Polizeibataillons 101. Sie fotografierten viel. Vorn die Herrenrasse. Die polnischen Polizisten hinter dem Zaun mussten knien.

„Ganz normale Männer“ wurden bei den Nazis zum Morden ausgeschickt. Von den 500 Männern des Polizeibataillons 101 aus Hamburg wollten zwölf nicht mitmachen, nicht auf die Jagd nach Juden in Polen gehen. Ihnen passierte nichts. Sie wurden als Kameradenschweine angesehen, als Feiglinge und Drückeberger, das war aber auch alles. Die anderen finden an zu morden.

Dieses Foto stammt von Bernhard Colberg, einem dieser Männer. Sie fotografierten viel. Die Fotos befinden sich im US Holocaust Memorial Museum in Washington. Jürgen Matthäus, Leiter der dortigen Forschungsabteilung und Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors, war zum Vortrag in die Topographie eingeladen, anhand von „erst jetzt zugänglichen Privatalben eines Angehörigen des Polizeibataillons 101 aus der Perspektive des Zeithistorikers zu beleuchten, welches Erkenntnispotential fotografische Quellen dieser Art innewohnt …“

Bei diesem Foto geht es um „Two members of Police Battalion 101 who are guarding the perimeter of the Lodz ghetto, view three Jewish policemen kneeling opposite them on the other side of the fence. One image from a photograph album belonging to a member of Police Battalion 101.“

Ergebnis des Abends: „Um zu wissen, was passierte, ist dieses Fotoalbum keine Quelle.“

Copyright: United States Holocaust Memorial Museum, Michael O’Hara, Second Provenance: Bernhardt Colberg, Collections: 1999.99.1