Montag, 6. Oktober 2003

Eine andere Art der Nachbarschaftshilfe: Wir helfen auch in Liebesdingen! Da unser direkter Nachbar, das Cookies, selbst keine Homepage hat, bieten wir diesem von der Liebe Entflammten ein Forum für seine Suche:

MESSAGE IN A BOTTLE MESSAGE IN A BOTTLE MESSAGE IN A BOTTLE

HALLO
Mädchen mit den braunen Augen, schwarzen Haaren, turkisblauem Top, irgendwo an der Bar! Am 2.10. im Cookies. Ich kann Deinen Blick nicht vergessen. Ich trug ein weisses T-Shirt, rotes und weißes Schweißband, braune Augen. Bitte meld Dich!
K. (trilion99@gmx.de)

Samstag, 4. Oktober 2003

Hin und wieder passiert es, dass uns unsere Kunden mit einem Kompliment beglücken, dieses erreichte uns per Email von einem Amerikaner, dessen Kreditkartenproblem eine längere Korrespondenz zur Folge hatte:

"I really, really need this information and I have not been able to find
these things in America. Your store is the Berlin Story, one of the
best shops for my tastes I’ve visited. You understand your city and your customers
needs."

Natürlich ruhen wir uns nicht auf diesen Lorbeeren aus, aber sie
beglücken und motivieren uns…

Mittwoch, 1. Oktober 2003

Alea jacta est, die Würfel sind gefallen. Seit Monaten bitten uns Stadtführer, wieder unser Modell des historischen Berlin auszustellen. Die Hauptstadtausstellung wurde Ende Mai geschlossen. Seit Wochen sitzt Modellbaumeister Claude Möller an der Restaurierung des Modells. Seit heute beginnen wir, das Stockwerk über der Berlin Story zur Ausstellung auszubauen. Das wird noch etwas dauern, weil damit viel Arbeit verbunden ist. Wir möchten keinen Zeitpunkt festlegen, wann alles fertig ist. Die Ausstellung umfaßt das historische Berlin, das Dritte Reich, den Kalten Krieg und Berlin heute. Man könnte sagen, es sei die Ausstellung zur Buchhandlung. Oder auch die Ausstellung zum Film The Making of Berlin. Wahrscheinlich wird die Ausstellung auch so heißen. Da gibt es dann wieder Gemeckere: "Könnt Ihr keinen deutschen Namen …" Können schon, aber wollen nicht.
Cui bono? Wem nützt das? Besuchern der Stadt, ob sie individuell kommen, in geführten Gruppen oder wie auch immer. Wir möchten einen kurzen Überblick geben und sagen, wo man die Details sehen kann. Und nicht ganz unwichtig: Toiletten haben wir auch.

Dienstag, 30. September 2003

Heute soll die Aktualisierung für DuMont direkt für das nächste Jahr fertig sein. Ist aber noch nicht. Streß! Weil andere darauf warten, die an dem Buch weiterarbeiten, bis es Ende des Jahres vor Druck zur letzten Aktualisierung kommt. Das Buch wird jedes Jahr überarbeitet, seit 1997 ist das Routine, jedes Jahr rund 500 Änderungen. Diesmal ist alles anders, weil der Umfang auf 120 Seiten erweitert wird. So dick sind auch die Konkurrenzprodukte. ENDLICH kann ich etwas mehr schreiben. Wir arbeiten zu zweit, manchmal zu dritt an dem Buch. Zwei Kolleginnen helfen mir bei der Recherche und bei der Kontrolle wirklich jeder Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeit. Danke Dörte, danke Janet.

Sonntag, 28. September 2003

Heute zur Arbeit zu kommen ist schwer. Die Strecke des Berlin-Marathon verläuft anders und trennt meine Wohnung vom Laden an zwei Stellen. Da ist auch kein Durchkommen mit dem Rad. Die Geschäftsleute meckern, daß der Marathon auf zwei Tage verteilt wurde, gestern die 10.000 Skater, heute die 35.000 Läufer. Das kann einem ja auf den Keks gehen, dieses Genörgele. Der Marathon ist so schön! Diese Energie, der Wille, das Durchhalten. Wir bewundern über viele Stunden die Läufer, die Unter den Linden bei uns am Kilometer 41 vorbeikommen. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Isch schwörre!

Sonnabend, 27. September 2003

Schicksale. Eine junge Amerikanerin stöbert im Laden rum, hält sich lange an den DDR-Bücher auf und fragt auf deutsch, ob wir was über DDR-Postkarten haben. Da gibt es ein prima Buch: Bild der Heimat (24,90 €) so grausam häßlich, daß einem die Haare zu Berge stehen. Die schönsten Speisesäle in Betriebserholungsheimen. Genau das richtige für sie. Louis ist nämlich Professorin für Design, sieht aber aus, als hätte sie eben das Abi geschafft. Wieso sie deutsch spricht? Ihr Vater war Deutscher. Wann in die USA gekommen? 1940. Da kann er kaum Jude gewesen sein, oder? Doch. Oh, dann muß er über Lissabon gekommen sein. – Genau . Da gibt es einen Roman: Die Nacht von Lissabon, Remarque, führen wir zwar nicht, aber da geht es um das Schicksal derer, die mit dem letzten Schiff Europa verlassen konnten. Und das passiert uns so oft, alte Juden aus den USA, deren Kinder oder auch Juden, die aus Israel kommen, zum ersten Mal. Für einige von Ihnen sind wir die ersten Ansprechpartner.

Montag 22. September 2003

Kriminelle Energie, wärmstens empfohlen. Einer der ganz großen Tresoreinbrüche der Nachkriegszeit fand am 6. November 1951 in der Reichsbahnkasse im Keller unseres Hauses statt. Wie das lief, schildert Carl-Peter Steinmann in seinem Buch: "Tatort Berlin, Erlesene Kriminalfälle", erschienen im Transit Verlag. Uns war das Buch ausgegangen, jetzt ist es wieder in der Abteilung Krimis vorhanden. Es kostet 14 Euro und enthält jede Menge anderer spannender und gut recherchierter Kriminalfälle.

Montag, 22. September 2003

Kriminelle Energie, wärmstens empfohlen. Einer der ganz großen Tresoreinbrüche der Nachkriegszeit fand am 6. November 1951 in der Reichsbahnkasse im Keller unseres Hauses statt. Wie das lief, schildert Carl-Peter Steinmann in seinem Buch: "Tatort Berlin, Erlesene Kriminalfälle", erschienen im Transit Verlag. Uns war das Buch ausgegangen, jetzt ist es wieder in der Abteilung Krimis vorhanden. Es kostet 14 Euro und enthält jede Menge anderer spannender und gut recherchierter Kriminalfälle.

Samstag, 20. September 2003

Kommunistisches Manifest ausverkauft. Wir waren die besten Verkäufer der alten DDR-Ausgabe dieses kleinen Bändchens des Dietz Verlags mit klassischer Illustrierung. Fast 14 Jahre nach der Wende hat der Lagerstapel noch gereicht. Das Buch hat uns viel Gemeckere eingebracht, wie wir so was verkaufen können. Ist doch logo: Erstens, weil Karl Marx nebenan an der Universität studiert hat, zweitens, weil es eine historische Quelle erster Güte ist. Als Geschichtsbuchhandlung führen wir möglichst viel Quellenmaterial. Von Briefen Friedrichs des Großen an Voltaire bis zu
"Erich, wir brauchen Dich", Briefe an Honecker in Moabit.

Freitag, 19. September 2003

Karl Schefflers Buch von 1910, "Berlin, Schicksal einer Stadt", zieht in unregelmäßigen Abständen drei Kunden an, die es offensichtlich gern verschenken: Einen Journalisten der Zeit, einen Professor für Geschichte mit Ausflügen in die Politik und einen Stadtbaudirektor.