Freitag, 13. August 2004

Fast alle Gemälde hängen an den Säulen. Kathi Hirthammer (Berlin Story, Grafikdesign) und Wladimir Prib (Malschule) besprechen die Sockelgestaltung. Weithin sind die Gemälde sichtbar.

Donnerstag, 12. August 2004

Holger und Manne machen einen Beleuchtungstest. Mit Strahlern werden die Gemälde nachts ins rechte Licht gerückt. Darüber kommt eine Traverse mit Texthinweisen auf die Ausstellung, auch gut beleuchtet.

Mittwoch, 11. August 2004

Spätwirkungen des Führerbunkers. Erhard Schreier, von dem die Zeichnung des Führerbunkers in unserem Buch stammen, wurde vom Goethe-Institut in Tel Aviv eingeladen, dort eine Ausstellung zu machen. Herr Schreier ist der einzige, der bei der Sprengung des Bunkers systematisch den bestand aufgenommen hat, mit Fotos und mit Grafiken. Eine israelische Fernsehproduktion dreht etwas über den Bunker, lernte dadurch Herrn Schreier kennen wie auch Rochus Misch, den letzten Telefonisten von Adolf Hitler. Rochus Misch wird mehr und mehr zum Medienstar. Uns erreichen immer wieder Anfragen, wie man ihn erreichen kann. Gestern gerade wieder aus den USA.

Dienstag, 10. August 2004

Das Märkische Museum hat pro Woche nicht mehr als fünf- bis sechshundert Besucher. Das erwähnt der Tagesspiegel heute in einem Bericht über die Berlinische Galerie. Das Märkische Museum glänzt mit Materialfülle. Aber es liegt weitab und wirkt etwas verstaubt. Das ist sehr schade. Im DuMont direkt legen wir den Besuchern das Märkische Museum ans Herz. Wir haben schon jetzt vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung an jedem einzelnen Tag nahezu so viele Besucher.

Freitag, 6. August 2004

Einer Chinesin fällt das ganze kleine Geld aus der Hand. Nele hat sie an der Kasse mit NIHAU begrüßt, dem chinesischen Guten Tag. Das machen wir doch immer. Das haben wir inzwischen alle drauf. Das ist ganz normal.

Donnerstag, 5. August 2004

In der Ausstellung liegt ein Gästebuch und schon der allererste Eintrag war voll daneben. Das darf ich aber nicht ins Gästebuch schreiben, weil das nur für Gäste ist. Die dürfen da alles, ich nichts. Aber hier darf ich. Es heißt also im Gästebuch:

„Das Berliner Schloss wurde nicht von den Kommunisten zerstört, sondern von englischen/amerikanischen Bomben. Die Bomben wurden geworfen, weil die Nazis die Welt mit Krieg überzogen hatten!
(Weil ich hier unfreiwillig Zeuge eines merkwürdigen Dialogs wurde.)"
Besucher aus Bochum, 31. 7. 2004

Ich würde darauf gern antworten:
„Vielen Dank für diesen ersten Eintrag ins Gästebuch, der uns die Gelegenheit bietet, wirklich ausnahmsweise Stellung zum Gästebuch zu beziehen.

Wir sehen es als Aufgabe einer geschichtlich ausgerichteten Buchhandlung an, möglichst viele Quellen zur Verfügung zustellen. Quellenkritische Geschichtsschreibung wurde an der (heutigen) Humboldt-Universität intensiv gelehrt. Fragestellung des Historikers sollte sein, wie es eigentlich war. Und nicht, wie es in die Weltanschauung oder gesellschaftliche oder erzieherische oder auch religiöse Vorstellungen am besten passt.

Wir haben eine umfangreiche Abteilung zum Stadtschloss, aus der in Form von Fotos, Texten, Berichten aber auch Filmen hervorgeht, dass das Schloss eben nicht durch englische und amerikanische Bomben zerstört war. Es war stark beschädigt, nur etwa 20 Prozent der Bausubstanz war nicht mehr brauchbar. Wir haben eine weitere umfangreiche Abteilung, die sich mit den Zerstörungen nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten und im Westen befasst.

Das Schloss wurde 1950 gesprengt. Davor gab es national und international heftige Diskussionen, alle gründlich dokumentiert. Viele Menschen wollten, dass das Schloss nicht gesprengt wird. So war es eigentlich.

Ohne Frage ging der Krieg von Deutschland aus, und ohne den Krieg hätte es keine Bomben auf Berlin, kein Schaden am Schloss und auch keine spätere Sprengung gegeben.

„Wie es eigentlich war“ bedeutet in diesem Fall, dass nicht oder nur sehr eingeschränkt die (hier linke) politische Wunschvorstellung zutrifft, nämlich die Kausalkette Hitler, Faschismus, Krieg, Bomben auf Berlin, Zerstörung. Eigentlich war es so, dass die Kommunisten, die kommunistische Regierung der DDR, das Schloss als Symbol des Preußentums sprengen wollte, um die Geschichte zu entsorgen.

Wir freuen uns, zu diesen Themen umfangreich Material zur Verfügung stellen zu können, Wieland Giebel“

Mittwoch, 4. August 2004

Karl Marx ist der erste, der an eine der Säulen vor der Buchhandlung gehängt wird. Von weitem ist er zu sehen. Sonja Lehmann hat mit schier unglaublicher Konzentration daran gearbeitet.

Dienstag, 3. August 2004

What are these pink tubes for?
Because of the high groundwater level. It has to be pumped away on building sites.
And why are these tubes pink?
Because our Lord Mayor is gay.
Really?
That’s for sure

Sonntag, 1. August 2004

Der Countdown läuft… Hinter den Kulissen arbeiten wir an unserem neuen Webshop. Das Einkaufen soll noch einfacher für Sie werden. Shoppen mit wenigen Klicks. Noch ein ganz klein wenig Geduld…

Unsere Internetpräsenz unter www.BerlinStory.de besteht mittlerweile aus 323 Seiten. Die eigenen Seiten für unser Buch Mythos Führerbunker noch nicht mit eingerechnet.

Dienstag, 20. Juli 2004

Dreimal versagt. Ein schwarzer, ziemlich fülliger DJ mit Ketten um den Hals und Fingern voll glänzender Ringe möchte ein Buch über Schwarze in Berlin. Haben wir nicht. Oder über Mohren in Preußen. Ich glaube, das gab es mal, haben wir auch nicht. Dann was über Hitler und Okkultismus. Nicht einmal damit können wir dienen. Schön, dass die Welt so bunt ist.